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21./22. Mai DDV-Ranglistenturnier in Vilsbiburg:

Seyler und Ernst gewinnen gelungene Premiere beim DDV-RLT in Vilsbiburg     

Zehn Jahre ist es her, da fand zum letzten Mal ein DDV-Ranglistenturnier in Bayern statt. Nun war es endlich wieder so weit: Vilsbiburg lud zum vorletzten DDV-RLT der Saison in die heimische Stadthalle ein! Zwar war die Teilnehmerzahl noch nicht ganz so groß wie erhofft, das tat den Leistungen aber keinen Abbruch. Bei Herren wie Damen setzten sich im Einzel die Ranglistenführenden durch. Tomas Seyler siegte vor Thomas Kreutzer und Heike Ernst gewann vor Bianka Strauch. Die Jugendtitel holten Daniel Woldrich vor Muharrem Kutlu und Monique Leßmeister vor Kerstin Lederbogen. In den Doppelfinals setzten sich bei den Herren Block/Honner gegen Kröckel/Rice durch und bei den Damen siegten Haller/Kirchermeier gegen Ernst/Strauch. Das Begrüßungs-Mixed hatten bereits am Freitagabend Männel/Tupuschis vor Ehlen/Welge gewonnen.

Mit Heike Ernst und Tomas Seyler gewannen die Ranglistenführenden die Einzel

Männel/Tupuschis beim Warm-Up-Mixed vorn
Bereits am Freitagabend hatten die angereisten Teilnehmer die Möglichkeit sich beim Warm-Up-Turnier in der Vilsbiburger Stadthalle zu akklimatisieren. Die wunderschöne Halle bot ein großzügiges Raumangebot und zudem jede Menge Sitzplätze. Hier musste man sich einfach wohl fühlen. Gespielt wurde Mixed-Doppel und es gingen 51 gemischte Paare an den Start.
Überraschend klar gewannen im Achtelfinale Nicole Männel (Flörsheim) und Olaf Tupuschis (Mülheim) mit 3:0 gegen die Berliner Anne Willkomm und Jörg Goga. Beinahe sensationell setzten sich hier Michelle Münch (Bochum) und Mario Giorni (Mülheim) ohne Legverlust gegen die Mitfavoriten Sandra Fiedler und Tomas Seyler aus Bremen durch.
Unter den letzten 8 mussten sich Michelle und Mario dann aber selbst zu Null gegen Bayerns Melanie Ritter und Werner Greiter geschlagen geben. In diesem Viertelfinale setzten sich fast durchweg die Favoriten durch, wenn man einmal vom 3:2 Erfolg von Männel/Tupuschis im Gipfeltreffen gegen die Bochumer Trixi Kröckel und Colin Rice absieht.
Beide Halbfinals standen nach 4 Legs 2:2. Im ersten Match konnten sich Männel/Tupuschis dann genauso mit 3:2 gegen Strauch/Wieggrebe durchsetzen wie Bianca Ehlen und Andree Welge aus Bremen die Nase gegen Ritter/Greiter vorn hatten.
Das Finale wurde best-of-7 gespielt und am Ende waren es Männel/Tupuschis, die sich den Sieg mit 4:3 gegen Ehlen/Welge sicherten. Für das entscheidende Leg hatten Nicole und Olaf stolze 45 Darts benötigt.

Hier ein kleiner Ausschnitt der Turnierhalle des schönen Vilsbiburger Spielorts

Einige der Top-Spieler fehlten in Vilsbiburg
Am Samstagmorgen gingen 170 Herren im Einzel an den Start. Zwar hatten von den Top-16 der DDV-Rangliste mit Jyhan Artut und Maik Langendorf nur zwei nicht gemeldet. Doch hatten dann auch die eingeschriebenen Frank Mast, Carsten Hoffmann und Michael Nett die Reise nach Vilsbiburg nicht angetreten.
In den 16 Doppel-KO-Gruppen gab es zunächst nur wenige Überraschungen. Allerdings verlor DDV-Nr. 3 Colin Rice später sein Siegerhalbfinale. Diesem 2:3 gegen den Recklinghäuser Christian Block folgte mit einem 1:2 im Loserfinale gegen Marko Pesko (Hersbruck) das endgültige Aus.
In den 16 Gruppenfinals trafen jeweils die Gewinner aus Sieger- und Loserrunde aufeinander, wobei letztere gleich zweimal gewinnen mußten um das Achtelfinale zu erreichen. Hier meldete sich Fast-Nationalspieler Johann Honner eindrucksvoll zurück, als er, aus der Loserrunde kommend 3:0 und 3:2 gegen DDV-Nr.9 Micha Lemmes gewann.
Obwohl in 7 von 16 Begegnungen der Loserrundenspieler eine zweite Partie erzwang spielte sich von diesen neben Johann Honner (Hannover), nur Thomas Kreutzer (Bochum) mit 3:2 und 3:0 gegen Thomas Eisgruber (Erlangen) ins Achtelfinale. Bemerkenswert war auch der Sieg von Swen Rausch (Goßmannsdorf), der zwar Spiel 1 mit 2:3 an die DDV-Nr. 5 Marcus Schulte abgab, das 2. Match aber 3:2 gewann und damit im Achtelfinale stand.
Hier zog der durchgestylte Swen dann mit einem 3:2 gegen Neu-Nationalspieler Jörg Goga sogar ins Viertelfinale ein! Weitere Überraschungen hatte das Achtelfinale nicht wirklich zu bieten - auch wenn Kirchheim-Finalisten Marcel Schmidt gegen Marko Puls zu spät am Board war und gestrichen wurde.

Platz 3 im Herreneinzel belegten Chris Kotal und Andreas Kröckel

Zweimal T(h)omas im Finale des Herreneinzels
Und dann war da noch Andy Kröckel, der zur Zeit ja ein bemerkenswertes Comeback feiert. Im Achtelfinale gegen Michael Mieslinger siegte er 3:0. Auch das abgegebene 1. Set im anschließenden Viertelfinale gegen Swen Rausch brachte Andy nicht vom Kurs ab. Er holte die nächsten beiden und stand damit zum 3. Mal in Folge im Halbfinale.
DDV-Nr. 1 Tomas Seyler gewann das Viertelfinalduell der Gesetzten mit zweimal 2:1 gegen den wiedererstarkten Stephan Schneider, und im Vergleich zwischen den BWDV-Spielern Marko Puls und Chris Kotal holte Marko Set 1 aber Chris kam mit den nächsten beiden Siegsets weiter. Thomas Kreutzer schließlich komplettierte das Semifinale, nachdem er alle 9 Legs gebraucht hatte um DDV-Nr. 2 Andree Welge niederzuringen.
Thomas war im Semifinale der vielleicht noch am wenigsten bekannte Spieler. - Er kommt vom Elektronik-Dart, wo der Neu-Bochumer Bundesligaspieler allerdings einer der ganz Großen ist. Sein Halbfinale gegen Chris Kotal gewann er bemerkenswert klar mit zweimal 2:0.
Dieses Halbfinale war auf der Bühne gespielt worden, was natürlich viel mehr Aufmerksamkeit auf sich zog. Das 2. Bühnenhalbfinale war dann bedeutend enger. Shorty Seyler gewann Set 1 mit 2:1, doch Andy Kröckel glich mit einem 2:0 nach Sets aus. Am Ende setzte sich dann aber doch Shorty mit einem weiteren 2:0 durch und stand im Finale.
Dort traf dann der Tomas "ohne h" auf den Thomas "mit h". Tomas Seyler gewann im von Ibrahim Ibo Kutlu gecallten Endspiel Set 1 in 18 und 19 Darts, Tomas Kreutzer holte Set 2 in 21 und 18 Pfeilen. Shorty Seyler erspielte sich dann in 21 und 14 Darts die 2-1 Setführung. Im 4. Set traf Thomas Kreutzer dann seine Doppel nicht, was Shorty in 27 und 28 Darts zum 3-1 nach Sets und damit zum Titelgewinn nutzte.
Es war eher eines der schwächeren DDV-Finals, was die Averages von 23.50 für Seyler und 22.17 für Kreutzer nachweisen. Shorty wird das egal gewesen sein, führt er doch nun die DDV-Rangliste mit geradezu beängstigendem Vorsprung an.

DDV-Nr. 1 Tomas Seyler gewann das Herreneinzel vor Thomas Kreutzer

Heike Ernst siegt im Damenfinale erneut gegen Bianka Strauch
Für das Dameneinzel hatten 49 Spielerinnen gemeldet, wobei von den Top-8 Sabrina Spörle zwar gemeldet aber nicht angereist war. Die zuletzt so beeindruckende Marene Csepeli hatte erst gar nicht gemeldet.
DDV-Nr. 3 Andrea Leipold hatte das Siegerfinale ihrer Gruppe überraschend 1:3 gegen Andrea Herpel (Kirchheim/Teck) verloren und war sofort danach im Loservorfinale gegen Anke Kirchermeier (München) ausgeschieden.
Im Gruppenfinale erwischte es dann auch die beim Spring-Cup so erfolgreiche Michelle Sossong, die 0:3 und 1:3 gegen Kerstin Niederau verlor. - Bianka Strauch konnte sich nach einer Zweitrundenniederlage gegen Andrea Beushausen (Mohringen) - in einem von beiden Seiten tollen Match - über die Loserrunde ins Gruppenfinale spielen. Hier gewann sie mit 3:0 und 3:2 gegen ihre vorherige Bezwingerin.
Einzig Heike Ernst hatte durch die Gewinnerrunde das Viertelfinale erreicht, ab wo es einfach-KO weiterging. Mit Heike und Bianka standen nur zwei gesetzte Spielerinnen untern den letzten 8, die beiden sind jedoch die Nummern 1 und 2.
Erfreulicherweise standen auch 4 Bayerinnen im Achtelfinale. Mit Anke Kirchermeier und Iris Baumgart-ner trafen 2 von Ihnen direkt aufeinander wobei sich Anke mit 3:0 durchsetzte. Den anderen Vergleich von zwei Ungesetzten gewann Karin Mader (Augsburg) mit 3:1 gegen Kerstin Niederau.
Heike Ernst gewann ihr Viertelfinale gegen Sonja Haller mit 3:0 und Bianka Strauch siegte mit 3:1 gegen Christina Oelke. Die junge Chris-tina konnte sich aber dennoch riesig über ihren bislang größten Erfolg freuen.
Auch im Halbfinale gab Heike Ernst dann kein Leg ab und gewann mit zweimal 2:0 gegen Karin Mader. Umkämpfter war das andere Halbfinale, wo Anke Kirchermeier gegen Bianka Strauch das 1. Set mit 2:0 gewann. Doch Bianka ist für ihre Kampfstärke bekannt und spielte sich mit 2:1 und 2:0 in den letzten beiden Sets dann doch ins Finale.
Wie schon im Monat zuvor bei der Einzel-DM standen sich im Finale also wieder die DDV-Nummern 1 und 2 gegenüber. Heike Ernst gewann den 1. Set mit 2:1, mußte den zweiten aber mit 1:2 an Bianka Strauch abgeben.
Der letzte Set mußte also entscheiden und zudem mit 2 Legs Vorsprung gewonnen werden. Es war am Ende Heike Ernst, die erneut jubeln konnte. Mit 4:2 holte sie bei einem Average von 20.50 (Bianka 20.40) einen weiteren Titel für ihre umfangreiche Sammlung.

Heike Ernst gewann das Vilsbiburger Dameneinzel vor Bianka Strauch

Vier Bayern standen im Halbfinale des Jungeneinzels
Am Sonntag hatten 18 Spieler für das Einzel der männlichen Jugend gemeldet. Offenbar machte sich der weite Anreiseweg aus den nördlichen Gefilden hier besonders bemerkbar - Montag war schließlich wieder Schule. Man startete in 2 Doppel-KO-Gruppen.
Zwar angereist war Jungen-Nr. 1 Kevin Münch, aber er entschied sich dafür das zeitgleich laufende Herrendoppel zu spielen. Angesichts seines erheblichen Punktevorsprungs in der Rangliste sowie des Nicht-Anreisens seiner härtesten Konkurrenten war das sicherlich verständlich.
Der erstmals topgesetzte Berliner Benjamin Grolewsky verlor gleich sein erstes Match gegen Stefan Mayr (München) mit 2:3 und schied wenig später in der Loserrunde gegen Daniel Woldrich (Regensburg) nach einem 0:2 endgültig aus.
Daniel hatte im Gruppenhalbfinale zuvor 1:3 gegen Alexander Daub (Worms) verloren. Über die Loserrunde erreichte er das Gruppenfinale, wo er 3:0 und 3:1 gegen Michael Salvamoser (Neustadt) gewann und so im Finale stand.
In der anderen Gruppe marschierte der Kirchheim-Dritte Mu-harrem Kutlu (Vilsbiburg) ins Siegerfinale, wo er 1:3 gegen Daniels Zwillingsbruder Michael Woldrich unterlag. Doch Muharrem kam wieder, nachdem er das Loserfinale gegen Andre Tereschenko (München) gewonnen hatte stand er im Gruppenfinale. Er siegte mit zweimal 3:1 gegen Michael Woldrich und stand im Endspiel.
Es war ein rein bayerisches Finale, wie auch schon das Halbfinale eine reine BDV-Angelegenheit gewesen war. Caller Ibrahim Kutlu gab das Mikro an Kai Westermeyer ab, weil er nicht bei seinem eigenen Sohn callen wollte.
Muharrem Kutlu holte Leg 1 in 32 Darts, aber Daniel sicherte sich das Set in den folgenden zweimal 25 Pfeilen. Set 2 ging dann an Muharrem, der 29 und 27 Darts spielte, Daniel hatte einen 24-Darter da-zwischengelegt.
Im 3. Set ging dann erneut Muharrem mit einem zähen 37-Darter in Führung und benötigte nur noch ein Leg zum Sieg. Doch einen Matchdart bekam er nicht mehr. Daniel holte sich die nächsten 3 Legs in 25, 23 und 24 Darts zum Titelgewinn mit 2:1, 1:2 und 3:1. Die Averages lagen mit 17.95 für Daniel und 17.26 für Muharrem etwas niedrig, was aber beim ersten großen DDV-Finale verständlich ist.

Im Jungenendspiel unterlag Lokalmatador Muharrem Kutlu gegen Daniel Woldrich

Monique Leßmeister drehte das Mädchenfinale noch um
Da in Vilsbiburg nur 7 Mädchen am Start waren, gab es nur eine Gruppenrunde, aus der direkt die Halbfinalistinnen hervorgingen. In Gruppe 1 bestätigte Monique Leßmeister (Kaiserslautern) ihre starke Form und gewann alle Matches. Mit ihr spielte sich Mädchen-Nr.1 Kerstin Lederbogen ins Halbfinale, während Jennifer Strauch (Bruchköbel) und Jessica Schehrer (K´lautern) ausschieden.
Gruppe 2 bestand nur aus 3 Mädchen. Kings-Cup-Siegerin Benita Göbel (Essen) gewann sie klar vor Vanessa Schehrer (K´lautern). Melanie Ritter (München) schied knapp aus. - Beide Halbfinals gingen mit 3:1 aus, wobei es Kerstin Lederbogen gelang ihre NWDV-Kollegin Benita Göbel zu bezwingen und Monique Leßmeister das Pfälzer Duell gegen Vanessa Schehrer gewann.
Im Finale holte Kerstin Lederbogen Set 1 mit zwei 27-Dartern klar. Sie ging auch in Set 2 mit einem 32-Darter 1:0 in Führung. Doch dann vergab sie 6 Matchdarts zum 2:0/2:0. Monique holte sich das Set noch in 30 und 24 Pfeilen.
Beide Mädels vergaben im 1. Leg des 3. Sets jeweils über 20 Checkdarts bevor Monique zum 54-Darter zumachte. Kerstin glich in 32 Darts aus, aber Monique holte sich den Titel mit abschließenden 30 Darts. Die Averages lagen bei 14.65 für Monique und 15.65 für Kerstin.

Monique Leßmeister gewann das Mädcheneinzel vor Kerstin Lederbogen

Sonja Haller und Anke Kirchermeier im Damendoppel vorn
Mit 24 weiblichen Gespannen war das Damendoppel recht spärlich besetzt. Es gab daher nur 2 Doppel-KO-Gruppen. Die 1. Runde brachte kaum Überraschungen, in Gruppe 2 kam es aber sofort zu 2 Spitzenbegegnungen.
Die Bayerinnen Sonja Haller und Anke Kirchermeier gewannen gegen das Nationalteamdoppel Trixi Kröckel und Kerstin Niederau. Letztere schieden dann in der Loserrunde sofort gegen Daniela Becker und Sonja Gutsche (Bad Waldsee) endgültig aus.
Hessens Sabine Bächler und Nicole Männel, die zum letzten Mal ein gemeinsames DDV-Doppel spielten, unterlagen sofort gegen Anne Willkomm (Berlin) und Andrea Beushausen (Mohringen). Auch für Bächler/Männel bedeuteten wenig später Becker/Gutsche das Aus in der Loserrunde.
Kirchermeier/Haller siegten schließlich im Gewinnerfinale 3:2 gegen Claudia Papendick und Birgit Tischer aus NRW, die dann im Loserfinale das Kunststück fertigbrachten zum 2. Mal in diesem Turnier gegen die Mitfavoritinnen Bianka Strauch und Michelle Sossong zu gewinnen. - Gegen Kirchermeier/Haller unterlag man dann im Gruppenfinale, das zugleich Semifinale war, glatt mit 0:3.
Die andere Gruppe war überraschungsfrei gelaufen. Erst im Siegerfinale sorgten Bianca Ehlen und Sandra Fiedler (Bremen) mit ihrem 3:2 gegen Heike Ernst und Andrea Leipold für den Paukenschlag. - Doch Ernst/Leipold gewannen das Loserfinale gegen die starken Fritz/Kempter mit 2:0 und standen dann im Halbfinale erneut Fiedler/Ehlen gegenüber. Ernst/Leipold machten mit einem knappen 3:2 ein 2. Match notwendig, das sie dann 3:0 gewannen.
Das Finale stand dann auf keinem sehr hohen Niveau. Ernst/Leipold spielten weit unter ihren Möglichkeiten und mußten Set 1 folgerichtig in 29 und 26 Darts an Haller/Kirchermeier abgeben. Ernst/Leipold gingen dann in Set 2 mit 31 Darts in Führung, doch Haller/Kirchermeier legten 24 und 28 Darts zu Set- und Titelgewinn nach. Die Siegerinnen spielten einen Average von 17.78, die Verliererinnen erreichten 17.18.

Anke Kirchermeier und Sonja Haller holten den Damendoppeltitel nach Bayern

Christian Block und Johann Honner gewinnen Herrendoppel
Es waren auch 74 Herrendoppel in 8 Doppel-KO-Gruppen an den Start gegangen. In Gruppe 1 unterlagen die Top-Favoriten Seyler/Welge mit 1:3 gegen Christian Block (R´hausen) und Johann Honner (Hannover). Seyler/Welge gewannen dann zwar das Loserfinale gegen Deiler/Kummert aus Nürnberg, schieden dann aber im Gruppenfinale 2:3 gegen Block und Honner endgültig aus.
Gruppe 3 wäre bärenstark gewesen, wenn Buskohl/Suljovic und Hoffmann/Nett angereist wären. So nutzten Kai Geselle und Björn Derichs (Eutin) die Gunst der Stunde und erreichten mit 2 bemerkenswerten Siegen gegen Walldorfs Kotal/Puls das Gruppenfinale.
Mario Giorni und Michael Lemmes haben eine starke Doppelsaison gespielt. In Vilsbiburg mußten sie in Gruppe 6 aber nach Niederlagen gegen Hans Pfaff und Klaus Lander (BWDV) sowie Joe Reisinger und Peter Woldrich aus Bayern ausscheiden.
Eine schwere Auslosung hatten in Gruppe 7 die Vilsbiburger Lokalmatadoren Werner Greiter und Michael Mieslinger! Doch sie bezwangen nacheinander Senses/Kreutzer (Bochum), Tupuschis/Wieggrebe (Mülheim/Duisburg) und Klimek/Münch (Marl/Bochum). Im Gruppenfinale trafen sie dann nochmals auf Klimek/Münch und spielten alle möglichen Legs aus um mit 2:3 und 3:2 das Viertelfinale zu erreichen.
Kein einziges Loserrundendoppel schaffte es unter die letzten Acht, wo auch 4 bayerische Gespanne standen. Nur eins der 4 Matches ging über die vollen 3 Sets. Dabei holten Rolf Kahrau (Köln) und Christian Krüger (Bochum) den 1. Set mit 2:1, die beiden anderen gingen aber mit 2:1 und 2:0 an Greiter/Mieslinger.
Die beiden Vilsbiburger trafen im Halbfinale auf Andy Kröckel und Colin Rice. Hier unterlagen sie 0:2, 2:1 und 0:2 gegen Andy und Colin, die damit erneut im Finale standen. Rudi Haller und Stefan Maurer, die im anderen Halbfinale gegen Block/Honner spielten, hatten ein bärenstarkes Turnier hinter sich. Sie unterlagen nun aber knapp mit 1:2 und 1:2.
Im Endspiel standen damit die beiden Nord-Doppel, während die Süd-Doppel Platz 3 belegten. Kröckel/Rice gewannen Leg 1 in 24 Darts, Block/Honner aber das Set mit den folgenden 23 und 20 Pfeilen. Auch in Set 2 gingen Kröckel/Rice mit 22 Darts in Führung, doch wieder holten sich ihre Gegner das Set in 21 und 23 Pfeilen. Dann verkürzten die beiden Bochumer mit 20 und 15 Darts auf 1-2 Sets, wobei Block/Honner einen 22-Darter gespielt hatten.
Set 4 ging ganz klar in 15 und 17 Pfeilen an Kröckel/Rice, die Block/Honner jeweils dreistellig hinter sich ließen. Im Doppel recht im letzten Set ein einziges Leg Vorsprung zum Sieg. Nach 24 Darts von Block/Honner und 15 Pfeilen von Kröckel/Rice hatten Letztgenannte wie schon im 1. Leg Matchdarts, trafen aber ihr Doppel nicht. Das nutzten dann die Außenseiter Block/Honner nach eigenen Fehlversuchen zum 27-Dar-ter und damit zum ersten gemeinsamen Titelgewinn.
Fünfmal hatten Block/Honner in diesem Finale über 100 Rest gehabt, deshalb lag ihr Average als Sieger mit 21.84 erheblich niedriger als der von Kröckel/Rice mit 24.50. Trotz der unglücklichen Niederlage konnten sich Kröckel/Rice auch über Platz 2 freuen, der alle beide punktemäßig schon ganz nahe an die Flugtickets zum World-Cup in Australien brachte.

Christian Block und Johann Honner waren die Überraschungssieger im Herrendoppel

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

23./24. April 2005 Deutsche Meisterschaften in Kirchheim/Teck:

Andy Kröckel schafft bei der Deutschen Meisterschaft in Kirchheim/Teck das Triple

Zum 2. Mal fand die Einzel-DM am 23./24. April 2005 im idyllischen Kirchheim unter Teck (Nähe Stuttgart) statt. Andreas Kröckel war mit einem Dreifachsieg der Mann des Wochenendes. Zunächst gewann er am Freitagabend das Begrüßungsturnier vor Chris Kotal und dann holte er am Samstag seinen 2. Einzelmeistertitel. Im Endspiel bezwang er Marcel Schmidt. Bereits ihre 10. Einzel-DM gewann Heike Ernst mit dem Finalsieg gegen Bianka Strauch. Bei der Jugend verteidigte am Sonntag Kevin Münch seinen Titel gegen Steven Krause, und Viktoria Weber gewann gegen Kerstin Lederbogen. Bei der Two-Person-DM war dann das Triple für Andy Kröckel perfekt, der mit Colin Rice gegen Marcel Schmidt und Stephan Schneider siegte. Bei den Damen holten Marene Csepeli und Bianka Strauch gegen Heike Ernst und Andrea Leipold den Titel.

Die Achtelfinals bei der Einzel-DM: Vorn Gutsche gegen Welge, dahinter Kröckel gegen Mieslinger

Vorabend-König auch in Kirchheim siegreich
Im Gegensatz zu manchen Befürchtungen hielt der Aufwärtstrend bei den Teilnehmerzahlen auch in Baden-Württemberg an. Kirchheim unter Teck verzeichnete einen Anstieg von insgesamt 20,4%. Völlig überrascht war man als es am Freitagabend in der Eduard-Mörike-Halle mit dem Begrüßungsturnier losging. Mit 103 Teilnehmern sprengte die Teilnahme alle Erwartungen.
Andy Kröckel hatte keinen leichten Weg an diesem Abend, doch Siege u.a. gegen Neu-Nationalspieler Maik Langendorf und Vereinskamerad Haci Halim Senses brachten den in Bochum spielenden Essener ins Halbfinale. Dort wurde es nach verlorenem 1. Set gegen den starken Berliner Ungarn Levi Szekely erstmals eng, aber ein 1:2. 2:0 und 2:1 brachte Andy dann doch noch ins Finale.
In der anderen Tableauhälfte hatte sich der für Walldorf spielende Chris Kotal mit Siegen gegen Marko Remmler und Mike Gens ins Halbfinale geschossen. Dort war Thomas Kreutzer (Bochum) sein Gegenspieler, und nahm ihm gleich das 1. Set mit 2:1 ab. Doch Chris konterte mit 2:0 und 2:1 und stand damit im Endspiel.
Chris Kotal gewann Set 1 dieses Finales, das nicht mehr ganz so hochklassig war wie die Matches der vorangegangenen Runden, mit 2:1. Dann aber konnte Andy Kröckel mit nachfolgend 2:0 und 2:1 gewonnenen Sets einmal mehr seinen Ruf als König der Vorabendturniere bestätigen.

Für Andy Kröckel begann es mit dem Gewinn des Begrüßungsturniers am Freitagabend gut

DDV-Nr. 1 Tomas Seyler schied im Herreneinzel früh aus
Nach dem gelungenen Auftakt am Freitagabend strömten die Teilnehmer der Einzel-DM am Samstagmorgen erwartungsfroh in die Halle. Die ersten 16 der DDV-Rangliste waren im Herreneinzel komplett am Start!
Gleich im Auftaktmatch mußte sich mit Andreas zum Felde der Sieger des DDV-RLTs in Berlin gegen Sascha Goldammer (Kaiserslautern) geschlagen geben. Andy verlor dann auch sein erstes Spiel der Loserrunde gegen Thomas Schwende aus Leutkirch und war damit als erster gesetzter Spieler ausgeschieden.
Nicht viel besser erging es Michael Nett, der genauso beim Spring-Cup für Deutschland gespielt hatte wie Andy. Micha unterlag in seinem Auftaktspiel gegen Frank Salewski (Bergisch-Gladbach) und dann im Vor-Halbfinale der Loserrunde gegen Marko Remmler (Mülheim).
Für drei Top-8-Spieler begann der Anfang vom Ende im Halbfinale der Gewinnerrundengruppen. So unterlag Stephan Schneider hier gegen Michael Gutting und dann im Loservorfinale gegen Chris Kotal. Colin Rice hatte im Siegerhalbfinale gegen Andreas Kaulen (Bremen) verloren, dann das Loserfinale erreicht und dort erneut gegen Kaulen verloren (nun 1:2).
Die zuletzt so souveräne DDV-Nr. 1 Tomas Seyler unterlag im Siegerhalbfinale gegen den 18-jährigen Sven Flück (Neunkirchen). Sven wurde später von Martin Seelig (Urbach) selbst in die Loserrunde gestoßen und schaffte es dort im Finale noch mal Shorty Seyler zu bezwingen (jetzt 2:1).
Nun standen die 16 Gruppenfinals der Gewinner aus Sieger- und Verliererrunden an. Die Lo-serrundensieger mußten hier zweimal gewinnen, den Ungeschlagenen reichte ein einziger Sieg. Gleich in 9 der 16 Partien wurde ein 2. Match notwendig, was ein sehr hoher Wert ist!
Daß dabei sieben Mal der aus der Loserrunde kommende Spieler das 2. Match gewann ist sogar absolut sensationell und bislang noch nicht vorgekommen! Besonders bemerkenswert waren dabei die Erfolge von Markus Hawlitzky (Wuppertal) gewann gegen DDV-Nr. 9 Carsten Hoffmann und Haci Halim Senses´ Sieg gegen den an 6 gesetzten Frank Mast.

Haci Halim Senses und Michael Lemmes belegten Platz 3 bei der Einzel-DM

Andy Kröckel nach 16 Jahren zum 2. Mal Einzelmeister
Genau die Hälfte der 16 Achtelfinalisten kamen aus der Setzliste. Immerhin drei der Ungesetzten konnten ihre Matches gewinnen, wobei Sven Flück einmal mehr mit einem 3: 1 gegen Maik Langendorf glänzte. Jedoch auch Sascha Goldammers 3:1 gegen DDV-Nr. 4 Jyhan Artut war bemerkenswert. HaHa Senses komplettierte die 3 Non-Seeds im Viertelfinale, als er mit 3:2 gegen DDV-Nr. 11 Jörg Goga gewann.
Haci war dann der einzige nicht gesetzte Spieler, der sein Viertelfinale gewinnen konnte, als er sich mit zweimal 2:0 gegen Werner Greiter durchsetzte. Die beiden anderen Ungesetzten unterlagen jeweils in 2 Sets, wobei Sven Flück gegen Marcel Schmidt und Sascha Goldammer gegen Michael Lemmes verloren. Im einzigen Duell zweier gesetzter Spieler ging es über volle 3 Sets, wobei Warm-Up-Sieger Andy Kröckel gegen DDV-Nr. 2 Andree Welge siegte.
Kurioserweise spielte Andy dann im Halbfinale genau wie tags zuvor im Viertelfinale des Warm-Up gegen seinen Clubkameraden Haci Halim Senses. Wieder gewann Andy, diesmal 2:0 und 2:1 und stand im Finale. Dort traf er erneut auf einen Teamkollegen: Marcel Schmidt hatte das andere Halbfinale - nach 1:2 abgegebenen 1. Set - in den Sets 2 und 3 jeweils mit 2:1 gegen Michael Lemmes gewinnen können.
Zunächst sah es im - von Sven-Oliver Beute gecallten - Finale so aus als solle mit Marcel Schmidt der Meister von 1997 das bessere Ende für sich haben. Celli gewann Set 1 in 15 und 18 Pfeilen klar mit 2:0. Doch Andy Kröckel schlug zurück und gewann Set 2 in 14 und 17 Darts sowie Set 3 in 24 und 29 Pfeilen ohne auch nur ein Leg abzugeben. Mit einem 19-Darter ging Andy dann auch in Set 4 in Führung - und hatte zwei Matchdarts bevor Celli in 21 Darts ausglich und dann weitere 21 Darts später auch den 2-2 Setausgleich erzwungen hatte.
Der letzte Set mußte mit 2 Legs Vorsprung gewonnen werden. Celli verpaßte in Leg 1 seine Doppel und Andy nutzte das zum 22-Darter. Ein überlegener 15-Darter brachte Celli dann den 1:1 Legausgleich. Zweimal stellte sich Celli in den Legs 3 und 4 dann mit hohem Score ein Doppel - doch zweimal war es Andy, der seine Doppelchance nutzte bevor Celli wieder an der Reihe war.
Das war der so lange herbeigesehnte Titelgewinn für Andy Kröckel, der damit seine zweite Einzel-DM nach dem Jahr 1989 gewann - und nun plötzlich auch wieder realistische Aussichten auf eine Nominierung für den World-Cup in Australien hat. Andy erreichte einen Average von 24.75, Marcel Schmidt sogar einen von 25.26.

Marcel Schmidt wurde Zweiter hinter dem neuen Einzelmeister Andreas Kröckel

Heike Ernst zum 3. Mal in Folge Meisterin vor Bianka Strauch
Die Damen waren im Einzel am Samstag etwas später an den Start gegangen und die Top-8 der Rangliste waren allesamt mit dabei. Neu-Nationalspielerin Sandra Fiedler unterlag in Runde 2 gegen die Münchnerin Anke Kirchermeier und verlor dann im Loserhalbfinale gegen die Kölnerin Claudia Papendick. Berlin-Siegerin Marene Csepeli zog zunächst gegen Sonja Müller (Kastellaun) den Kürzeren und verlor später das Loserfinale gegen die Malta-Open-Siegerin Bianca Ehlen mit 0:2.
Völlig überraschend war auch für die zuletzt so erfolgreiche Andrea Leipold das Turnier früh zu Ende, nach ihrer Auftaktniederlage gegen die Jugendliche Benita Göbel (Essen) folgte im Loser-Halbfinale der endgültige KO gegen Yvonne Dohle (Hannover).
Im Gegensatz zu den Herren setzten sich bei den Damen in den Boardfinals der Gewinner aus Sieger- und Verliererrunden dann ausnahmslos die noch ungeschlagenen Ladies durch. Einzig die zuletzt beim Spring-Cup so erfolgreiche Michelle Sossong konnte aus der Loserrunde kommend das erste Gruppenfinale gegen Stefanie Schipp (Dortmund) 3:2 gewinnen schied aber im 2. Match nach 2:3 dann doch aus.
Das einzige Duell zweier Ungesetzter im Viertelfinale verlor Steffi Schipp dann mit 2:3 gegen Benita Goebel. Die Ranglistennummern 1 und 2 setzten sich hier jeweils klar mit 3:0 durch, wobei Heike Ernst gegen Anke Kirchermeier und Bianka Strauch gegen Sonja Müller gewannen.
Auch im Halbfinale waren die beiden erfolgreichsten DDV-Damen der letzten Jahre souverän. Heike gewann mit zweimal 2:0 gegen Sabrina Spörle - und auch wenn Benita Göbel das zweite Halbfinale gegen Bianka Strauch mit 1:2 und 0;2 verlor, so ist ihr 3. Platz als geradezu sensationell zu bezeichnen. Sie ist schließlich erst 16!
Im Endspiel standen sich dann mit Heike Ernst und Bianka Strauch die gleichen 2 Spielerinnen gegenüber wie in den beiden letzten Jahren. Bianka erwischte den besseren Start und gewann das 1. Leg mit einem schönen 110er-Finish in 21 Darts. Doch das Set sicherte sich dann Heike mit den nachfolgenden 23 und 18 Pfeilen, wobei sie auch die einzige 180 des Finales erzielte.
In Set 2 ging Heike mit einem 23-Darter in Führung und Bianka glich in 28 Pfeilen aus. Der Matchdart zum 25-Darter gelang dann aber Heike als Bianka auf 10 Rest stand. Heike spielte im Finale einen Average von 22.07, Bianka lag bei 20.51 Punkten pro Dart. Für Heike war es bereits der 10. Einzelmeistertitel, vier Mal war sie Zweite. Bianka wurde zum 5. Mal Deutsche Vizemeisterin im Einzel, 1996 und 2001 hatte sie den Meistertitel geholt.

Bianka Strauch wurde Zweite hinter der nun zehnfachen Einzelmeisterin Heike Ernst

Kevin Münch verteidigt den Titel bei den Jungen
Bei den 22 Jungen war einmal mehr Titelverteidiger und DDV-Nr. 1 Kevin Münch der große Favorit. Ganz knapp wurde es für den Bochumer nach einem Freilos aber bereits im ersten Spiel der Siegerrunde als er nur knapp mit mit 3:2 gegen Alexander Glatthorn (Frankfurt) gewann.
Danach lief es dann aber bedeutend runder, und Kevin stand schließlich ohne Niederlage im Gruppenfinale, das zugleich Halbfinale war. Hier traf er auf den Vilsbiburger Muharrem Kutlu und bezwang ihn wie schon im Gewinnerfinale mit 3:0. Der an 4 gesetzte Thorben Bauschmann unterlag bereits in Runde 2 mit 1:3 gegen Christopher Sand (Frankfurt) und schied später im Loser-Vorfinale mit 0:2 gegen den bereits erwähnten Alexander Glatthorn aus.
Ähnlich erging es in der anderen Gruppe dem an 3 gesetzten Benny Grolewski. Der Berliner verlor gleich das 1. Match gegen Björn-Lars Schnelle aus Bremen mit 2:3 und schied in der Loserrunde gegen Andre Tereschenko (München) endgültig aus. Jungen-Nr. 2 Steven Krause gewann das Gruppenfinale schließlich mit 3:2 gegen Björn Lars Schnelle.
Wie bei den Damen standen sich auch bei den Jungen im Finale die DDV-Nummern 1 und 2 gegenüber. Steven Krause holte das erste Bühnenleg in 27 Darts. Aber dann konterte Kevin Münch mit 22 und 16 Pfeilen zum Gewinn des 1. Sets.
Auch Set 2 sicherte sich Kevin in 25 und 19 Darts zum 2:1 und 2:0 Sieg, der zugleich die erfolgreiche Titelverteidigung bedeutete. Die Averages lagen bei 22.35 für Kevin und bei 20.16 für Steven. Damit setzen sich die beiden in der DDV-Rangliste immer mehr von den Verfolgern ab.

Steven Krause unterlag im Jungenfinale dem Titelverteidiger Kevin Münch

Viktoria Weber zum Abschluß nochmals Mädchen-Meisterin
Lediglich 9 Mädchen gingen in Kirchheim an den Start um Deutsche Meisterinnen zu werden. Nicht dabei war u.a. Co-Nr. 1 Jenny Lieverkus, die an diesem Sonntag ihre Konfirmation feierte. Gespielt wurde zunächst in 3 Round-Robin-Gruppen mit je 3 Spielerinnen. Dabei schied jeweils die Gruppenletzte aus, u.a. die recht hoch eingeschätzte Jessica Schehrer.
Sicher überraschender war das glatte Ausscheiden ihrer Schwester Vanessa, die ja immerhin Mädchen-Nr. 3 ist, und weder gegen Monique Leßmeister noch gegen Jennifer Müller ein Leg holte. - In Gruppe 3 kamen Viktoria Weber und Nadine Klein weiter, während Melanie Ritter ausschied.
Zwei neue Round-Robin-Gruppen sollten dann das Halbfinale ermitteln. In Gruppe 1 hatten am Ende alle Drei je einen Sieg und eine Niederlage, was das genauso überraschende wie knappe Aus für Benita Göbel brachte. In Gruppe 2 mußte Jennifer Müller sieglos ausscheiden.
Nicht ein einziges Leg hatte Viktoria Weber bis dahin abgegeben, mußte sich im Halbfinale dann aber mächtig stecken um den 3:2 Sieg gegen Nadine Klein nach Hause zu holen. Kerstin Lederbogen hatte bis zum Halbfinale sogar schon 2 Niederlagen auf dem Konto, konnte sich hier aber mit 3:1 gegen Monique Leß-meister durchsetzen.
Im Finale ging Kerstin Lederbogen mit einem 26-Darter in Führung. Doch dann neigte sich die Waage zu Viktoria Webers Seite. Vika holte die nächsten 3 Legs in 32, 29 und 24 Pfeilen zum 3:1 Endstand. Die guten Finalaverages lagen bei 17.54 für Viktoria und bei 17.35 für Kerstin. Viktoria war an diesem Tage sicher die stärkste der 9 Mädels gewesen und wiederholte damit kurz vor ihrem 18. Geburtstag ihren Titelgewinn von vor 2 Jahren.

Mädchen-Nr. 1 Kerstin Lederbogen wurde Zweite hinter Meisterin Viktoria Weber

Marene Csepeli und Bianka Strauch Two-Person-Meisterinnen
Neben der Jugend gingen am Sonntag auch 30 Damen-Two-Person-Teams an den Start um Deutsche Meisterinnen zu werden. Seit dieser Saison wird auch in Doppel und Two-Person-Team Doppel-KO gespielt. Daß das TPT mehr Überraschungen bringt als das Doppel wurde bereits in den Gruppenspielen einmal mehr nachgewiesen!
So setzten sich in den Sieger-Halbfinals der Gruppe 2 Langendorf/Kempter vom BWDV 3:2 gegen die Bremer Fiedler-Schwestern durch und Herpel/Rice gewannen 3:1 gegen Osthues/Sossong. Mit Gebhard/Tatli war es in der Loserrunde ein weiteres BWDV-Doppel, das beide Teams endgültig aus dem Rennen warf!
Auch in Gruppe 4 trumpften die Einheimischen kräftig auf. Im Siegerhalbfinale gewannen Fritz/Staib 3:1 gegen die Meisterinnen von vor 2 Jahren Hornig/Spörle, die dann im Loserhalbfinale gegen Kröckel/Männel endgültig ausschieden. Kröckel/Männel hatten in Runde 2 völlig überraschend gegen Galietto/Stolz (Stuttgart) veroren und schieden dann im Loser-Vorfinale gegen Silies/Schulte endgültig aus.
In den vier Gruppenfinals der Sieger aus Gewinner- und Verliererrunde gab es dann nur Gewinnersiege wobei man die Top-Partie sicher beim 3:2 Sieg von Csepeli/Strauch gegen Haller/Kirchermeier sah.
Beide Halbfinals waren dann bereits nach 2 der nun geforderten best-of-3-sets beendet. Ernst/Leipold gaben gegen Langendorf/Kempter kein einziges Leg ab und gewannen mit zweimal 3:0. Csepeli/Strauch siegten im anderen Halbfinale mit 3:0 und 3:2 gegen Galietto/Stolz.
Im Finale stand also Heike Ernst mit Andrea Leipold ihrer ehemaligen Doppelpartnerin Bianka Strauch und Marene Csepeli gegenüber. Es wurde eine unglaublich enge Kiste und am Ende hatte Bianka Strauch die besten Nerven. Jeweils beim Stande von 2:2 holte sie das entscheidende Leg: In Set 1 gegen Andrea Leipold und in Set 2 gegen Heike Ernst zum Titelgewinn mit zweimal 3:2. Die Averages lagen bei 20.21 für Csepeli/Strauch und bei 20.35 für Ernst/Leipold.
Den besten Average spielte in ihren Finaleinzeln Heike Ernst mit 21.67 vor Marene Csepeli mit 21.31. Marene war die einzige Spielerin, die 3 ihrer 4 Einzel gewinnen konnte. Andrea Leipolds Average lag bei 19.76 und Binaka Strauchs bei 18.68 - aber sie machte die entscheidenden Checks! Im Doppel hatten die neuen Deutschen Meisterinnen mit 21.38 den klar besseren Average als Ernst/Leipold mit 18.91.

Marene Csepeli und Bianka Strauch neue Deutsche Meisterinnen im Two-Person-Team

Andy Kröckel holt mit Colin Rice auch den Two-Person-Titel
Die Deutsche Meisterschaft im Two-Person-Team der Herren war mit 93 Zweierteams besetzt. Da hier jeder der beiden Spieler eines Teams gegen jeden des anderen Teams immer nur ein einziges Leg spielt - und auch das an dritter Stelle gespielte Doppel nur best-of-1 läuft - muß man von Anfang an hellwach sein: Blitzstarter haben hier klare Vorteile.
Die Überraschungen hielten sich zunächst einmal in Grenzen aber einige gab es doch. So unterlagen die Hamburg-Sieger Artut/Langendorf zunächst gegen die NWDVler Wieggrebe/Tupuschis und dann im Loser-Halbfinale gegen Haase/Kaulen (Bremen).
Die Berliner Goga/Pohl schieden nach einer Niederlage gegen Flück/Mauderer (Neunkirchen) gleich danach im Loser-Halbfinale gegen Heinrich/Stupar (Waldbronn) endgültig aus. Die allermeisten Top-Doppel erreichten dann aber die Gruppenfinals, wenn auch teilweise nur durch die Verliererrunde. Nur ein einziges der 8 Gruppenfinals konnten dann jedoch die Loserrundensieger für sich entscheiden.
Es waren Bochums Schmidt/Schneider, die sich nach gewonnenem ersten Match auch im notwendig gewordenen zweiten Spiel gegen Berlins Frischen/Lange durchsetzten. - Auch das Viertelfinale, ab wo best-of-3/5 gespielt wurde, gewannen die beiden dann noch in einem Mammutmatch gegen Wieggrebe/Tupuschis.
Ebenfalls über 3 Sets konnten sich Seyler/Welge gegen Senses/Kreutzer durchsetzen. Nur 2 Sets best-of-5 genügten Puls/Kotal um den BWDV-Vergleich gegen die Vorjahresfinalisten Mast/Schulte zu gewinnen. Genauso war es bei Kröckel/Rice, die gegen Lausberg/Hawlitzky (Wuppertal) siegten.
Vier hochkarätige Zweierteams standen dann im Halbfinale. Überraschend mußten die Titelverteidiger und vierfachen TPT-Meister Seyler/Welge hier ohne Leggewinn mit zweimal 0:3 gegen Schmidt/Schneider das Board verlassen. Schwer hatten es auch Kröckel/Rice, die sich nach 0:3 verlorenem 1. Set dann aber doch noch mit 3:0 und 3:1 ins Finale spielten.
Im Bühnenfinale gegen Schmidt/Schneider sahen Kröckel/Rice zunächst einmal wenig Land. Glatt mit 0:3 mußten sie das 1. Set an ihre Bochumer Vereinskollegen abgeben, wobei Marcel Schmidt gegen Andy Kröckel einen 12-Darter spielte! - In Set 2 lief es dann besser für die beiden, denn außer beim Klasse-13-Darter von Stephan Schneider gegen Andy Kröckel kamen Schmidt/Schneider nicht einmal annähernd in Doppelnähe!
Set 3 war dann hart umkämpft und es war schließlich ausgerechnet Andy Kröckel selbst, der sich mit einem 123er-Wurf auf 18 Rest stellte - und diese in der nächsten Aufnahme mit Dart Nr. 2 zu seinem dritten Titelgewinn an diesem Wochenende checkte!
Die Finalaverages lagen bei 24.01 für Kröckel/Rice und sogar bei 25.60 für Schmidt/Schneider. Ganz vorn lag Marcel Schmidt mit 29.14, gefolgt von Andy Kröckel (25.97), Stephan Schneider (24.76) und Colin Rice (22.61). Im Doppel spielten Kröckel/Rice 23.42 und Schmidt/Schneider 22.27. - So ging ein wirklich schönes Dart-Wochenende in Kirchheim unter Teck zu Ende.

Colin Rice und Andreas Kröckel gewann die Two-Person Team-DM der Herren

(Bericht von Volker Hatlauf, Fotos von Uwe Grabowski und Volker Hatlauf)

19./20. März 2005 WDF German Open in Herne

Paul Hanvidge und Trina Gulliver gewinnen letzte German Open in den Flottmanhallen

Vor Beginn der 17. German Open, die vom 18. bis 20. März 2005 wie gewohnt in Herne stattfand, hätte wohl niemand gedacht, dass dies das letzte Mal sein würde, wo sich die Dart-Elite aus ganz Europa in den Herner Flottmannhallen treffen würde. Handgreifliche Auseinandersetzungen am Samstag sorgten dafür, dass sich der Ausrichter 1. DSC Bochum entschloss die German Open nie wieder an diesem Spielort auszutragen - mehr dazu später. Das Herreneinzel gewann der Schotte Paul Hanvidge vor dem Holländer Arjan Moen. Den Damentitel holte Englands Trina Gulliver vor Finnlands Marika Juhola. Bei der Jugend standen Michael van Gerwen und Denise Keijzer (beide Holland) ganz oben auf dem Podest. Im Herrendoppel siegten Seyler/Welge (Bremen) vor Ferdinandus/Michels (Holland) und im Damendoppel gewannen Gulliver/Hoenselaar (England/Holland) vor Erades/Krappen (Holland).

Trina Gulliver und Paul Hanvidge gewannen die Einzel bei der German Open 2005

Kröckel/Lemmes beim Warm-Up-Doppel vor Seyler/Welge
Am Freitagabend begannen die Tage in den Herner Flottmannhallen friedlich und freundschaftlich mit dem immer beliebter werdenden Warm-Up-Doppel, das diesmal mit 164 Gespannen eine Rekordbeteiligung zu verzeichnen hatte.
Gleich in Runde 2 trafen die beiden Führenden der DDV-Rangliste Seyler/Welge auf Colin Rice, der diesmal mit Ex-Jugend-Nr.1 Karsten Wieggrebe zusammenspielte und setzten sich gegen die Kombi aus erfahren und jung durch.
Colins üblicher Doppelpartner Andy Kröckel spielte diesmal mit Michael Lemmes aus Dortmund zusammen, und die beiden Langen harmonierten prächtig. Ein 3:1 Halbfinalsieg gegen Boffel/De Vos (Belgien) brachten sie bis ins Turnierfinale. In der anderen Tableauhälfte bestimmten Seyler/Welge das Geschehen. Sie gewannen schließlich das Halbfinale gegen McNally/Blackburn mit 3:2 und standen im Endspiel.
Dieses Finale war eine ganz enge Kiste. Beim Stand von 2:2 lagen Kröckel/Lemmes punktemäßig ein gutes Stück vorn, ließen Seyler/Welge aber erst noch auf Doppel kommen, bevor dann Michael Lemmes den Matchdart zum 3:2 setzte. Das war ein Riesenerfolg für das erste Zusammenspielen - und eine weitere Untermauerung von Andys Ruf als bundesweit größter Abräumer bei Vorabendturnieren.

Michael Lemmes und Andreas Kröckel gewannen das Warm-Up-Doppel

Schotte Paul Hanvidge gewinnt Herreneinzel vor Arjan Moen
Als am Samstagmorgen die 1419 gemeldeten Spieler im Herreneinzel an den Start gingen begann alles ganz friedlich. Auch die German Open hatte von dem derzeitigen Aufwärtstrend nach den Fernseh-Übertragungen im DSF profitiert und einen Teilnehmerzuwachs von fast genau 20% zu verzeichnen.
Größter Knalleffekt war gleich in Runde 1 das Ausscheiden des German-Open-Champions der Jahre 2002 und 2003. Mit 1:3 unterlag der englische Top-Profi Ted Hankey gegen den belgischen Nationalspieler Kurt van der Rijk, der dann 2 Wochen später beim Spring-Cup spielt. Der World-Masters-Sieger Tony West schied in Runde 2 gegen den schottischen Nationalspieler Paul Hanvidge aus.
Auch eine ganze Reihe deutscher Top-Spieler war inzwischen ausgeschieden - aber gravierender war diesmal das reihenweise Herausfallen der britischen Cracks. So unterlag in Runde 3 Darryl Fitton gegen Hollands Reinier Schouten und auch der Champion von 2001, Martin Adams, fand im Belgier Baart Peeters seinen Meister!
Tony West war zwar in Runde 2 ausgeschieden doch sein (ihm zum Verwechseln ähnlich sehender) Bruder Steve bezwang in Runde 4 den Vorjahresfinalisten Tony Silverback O´Shea! Mit Hollands Andree Brantjes unterlag hier auch der Finalist von 2003 gegen Maik Langendorf (Hameln), der beim Spring-Cup in G´kirchen erstmals für Deutschland spielt.
Ebenfalls in Runde 4 kam das Aus für 2 Briten gegen 2 Belgier: John Boy Walton unterlag gegen Herben Gerritsen und Mike Veitch (Schottland) schied gegen Johny Petermans aus. Die Benelux-Länder schienen den Vergleich gegen die Briten tatsächlich immer öfter zu ihren Gunsten zu entscheiden!
Nun standen die 64 Boardfinals an. Hier tat sich der Sylter Kai Geselle mit einem 3:2 Erfolg gegen den gesetzten Engländer Gary Robson hervor. Der seit Langem starke Jörg Strobach warf im NDV-Duell Nationalspieler Jyhan Artut mit 3:2 aus dem Rennen und Clarence Sauzier gelang ein 3:0 Sieg gegen Steve McNally.
Neben diesen bemerkenswerten Erfolgen von DDV-Spielern gab es auch einige Boardfinal-Flops von internationalen Cracks. Der Finne Marko Pusa unterlag 0:3 gegen den Schotten John Henderson, 9-Dart-Spieler Shaun Greatbatch schied mit 0:3 gegen Hollands Jelle Klaasen aus und der Vorjahresdritte Marko Kantele (Finnland) verabschiedete sich mit 1:3 gegen den wiedererstarkten Holländer Albertino Essers.
Unter den letzten 64 lief es dann mehr oder weniger erwartungsgemäß. Bemerkenswert ist aber das glatte 3:0 von Andreas Kröckel in einem Klassematch gegen den County-Spieler Dennis Harbour. Auch Marcus Schulte wußte beim 3:1 gegen Hollands Jerry Hendricks zu überzeugen.
Elf DDV-Spieler standen dann noch den Letzten 32, aber nur ein einziger konnte sein Match gewinnen. DDV-Nr. 1 Tomas Seyler setzte sich mit 3:0 gegen Berlins Malcolm Shanahan durch. Shorty Seyler gewann auch das Achtelfinale mit 3:2 gegen Hollands Dick van Dijk und traf dann gleich danach im Viertelfinale auf Albertino Essers, der in der Runde zuvor 3:2 gegen den Top-Crack Mervin King gewonnen hatte.
Knapp mit 1:2 gab Shorty den 1. Set ab, gewann den zweiten aber mit dem gleichen Resultat. Beim Stande von 1:1 im entscheidenden 3. Durchgang hatte der Bremerhavener dann 9 Matchdarts, die er aber allesamt vergab und folgerichtig sehr unglücklich den an sich ausgezeichneten 5. Platz belegte.

Hier laufen die Viertelfinals der Herren, ganz hinten Tomas Seyler beim Wurf

Handgreiflichkeiten nach dem Viertelfinale
Inzwischen hatte sich eine Sitzbank selbstständig gemacht. Denn während des Viertelfinales begann das unrühmliche Kapitel dieser letzten Flottmann-German-Open! Zuschauer zweier angereister Nationen gingen aufeinander los und ließen die Fäuste sprechen.
Nachdem sich das Ganze kurzzeitig beruhigt hatte flammten die Agressionen an anderer Stelle der gleichen Halle - mit neuen Beteiligten - wieder auf, und der Veranstalter sah sich gezwungen die Polizei zu rufen. Diese räumte wenig später die untere Halle völlig.
Der Ausrichter erwog daraufhin das Halbfinale ohne jede Zuschauer laufen zu lassen. Nach Rücksprache mit der Polizei lief dann aber - nach einer längeren Pause - doch alles wieder wie gewohnt weiter. Der Schock saß jedoch tief, insbesondere beim Veranstalter, der seine monatelange Arbeit mit Füßen getreten sah.
Was nun noch folgte war eigentlich nur noch Nebensache. Der Schotte Paul Hanvidge siegte im erste Halbfinale gegen Albertino Essers mit zweimal 2:1 und Hollands Arjan Moen gewann den zweiten schottisch/holländischen Vergleich ebenso mit zweimal 2:1 gegen John Henderson.
Höchstens halb so viele Zuschauer wie in den Vorjahren waren in der Finalhalle, als das Endspiel begann. Vielen war angesichts der Vorfälle der Spaß vergangen und sie hatten sich bereits auf den Heimweg gemacht als Caller Martin Fitzmaurice die Finalisten aufrief. Kurz zuvor hatte der emotional deutlich bewegte Turnierleiter Dietmar Ernst in einer Ansprache auf der Bühne bekanntgegeben, daß es auf Grund der Vorkommnisse dieses wie auch des Vorjahres in Zukunft keine German Open mehr in den Herner Flottmannhallen geben würde.
Arjan Moen gewann in einem Klassefinale den 1. Set in 16 und 17 Darts, Paul Hanvidge den zweiten in 13 und 18 Pfeilen. Im 3. Set ging Moen mit einem 20-Darter in Führung und Hanvidge glich mit einem 18er aus. Das Set ging mit einem 17er am Moen.
Doch Hanvidge glich mit 17 und 18 Darts zum 2-2 nach Sets aus. Im 5. Set ging Moen mit einem 15-Darter in Führung, doch Hanvidge drehte den Set und holte sich mit 15, 14 und 20 Darts die benötigten 2 Legs Vorsprung zum Titelgewinn - über den sich der Schotte hinterher so herrlich freuen konnte (Averages: Hanvidge 28.92 - Moen 27.91).

Arjan Moen aus Holland wurde im Herreneinzel Zweiter hinter dem Schotten Paul Hanvidge

Gulliver/Hoenselaar im Damendoppel vor Erades/Krappen
Um 17.30 Uhr waren am Samstag auch die 125 Damendoppel an den Start gegangen. Gleich in Runde 1 feierten die Kaiserslauterinnen Vanessa Schehrer und Stefanie Ohliger einen starken Sieg gegen das dänische Nationaldoppel Larsen/Lund.
Bereits in Runde 1 war es zu einem Gipfeltreffen gekommen, als die Schottinen Hepburn/Monaghan sofort Hollands neuen Hochglanz-Star Mieke de Boer mit Partnerin Roelie Bakker aus dem Rennen warfen. - Nur ein einziges deutsches Doppel erreichte das Viertelfinale. Marion Pichol und Michelle Sossong hatten 3:1 gegen Englands Bateman/Lee gewonnen und spielten sich dann auch noch mit einem 3:2 gegen die schwedischen Nationalspielerinnen Ekberg /Jansson unter die Letzten Vier.
Hier unterlag man dann zwar glatt mit 0:3 gegen Gulliver/Hoenselaar, hatte aber einen superstarken 3. Platz erreicht. Das andere Halbfinale gewannen Hollands Erades/Krappen gegen die lettisch/englische Kombi aus Inita Bite und Clare Bywaters.
Rilana Erades und Karin Krappen konnten das erste Bühnenleg in 21 Darts für sich entscheiden, danach sicherten sich aber Trina Gulliver und Francisca Hoenselaar, die beide je eine 180 warfen, den Titel mit anschließenden 19, 18 und 25 Darts. Die Siegerinnen spielten einen Average von 24.01, die Verliererinnen erreichten 22.27 Punkte pro Dart.

Francisca Hoenselaar und Trina Gulliver holten ihren 4. gemeinsamen Doppeltitel

Michael van Gerwen schlägt im Jungenfinale Johnny Nijs
Unglaubliche 164 Meldungen im Einzel der männlichen Jugend bedeuteten am Sonntag natürlich auch einen neuen German-Open-Rekord. Allein ca. 120 davon kamen aus unserem Nachbarland Holland. Eins vorweg: Der Sonntag verlief völlig friedlich. Recht wenig konnten die heimischen Jungen an diesem Wochenende der holländischen Übermacht entgegensetzen, denn von den letzten 16 Jungen kamen stolze 14 aus Holland.
Einzig DDV-Nr. 1 Kevin Münch und der Däne Vladimir Andersen hatten sich zusätzlich unter die letzten 16 schieben können. Während Vladimir Andersen noch ein Match gewann, mußte sich Kevin Münch mit 0:3 gegen Danny Schellekens geschlagen geben.
Im Halbfinale waren die Niederländer dann endgültig unter sich. Titelverteidiger Johnny Nijs gewann 3:1 gegen Daan Brockhuizen und Michael van Gerwen, der im Januar beim Bremer Gold-Cup Dritter wurde, siegte mit 3:0 gegen Pieter Collijn.
Im Finale sah es zunächst so aus als ob Johnny Nijs seinen Titel verteidigen könnte, denn er gewann Set 1 mit 2:1. Doch die nächsten beiden Durchgänge gingen dann mit 2:1 an Michael van Gerwen, der damit den Titel gewann. Die Berliner Steven Krause und Benny Grolewsky erhielten noch je einen Punkt für Platz 17.

Vorjahressieger Johnny Nijs unterlag diesmal im Finale gegen Michael van Gerwen

Denise Keijzer verteidigt Mädchen-Titel gegen Benita Göbel
Einzig das Mädcheneinzel hatte in diesem Jahr mit 38 Starterinnen einen leichten Teilnehmerrückgang zu verzeichnen, was der Klasse des Wettbewerb aber keinen Abbruch tat. Im Gegensatz zu den Jungen konnten hier die DDV-Kids kräftig mitmischen!
Zwar mußte sich DDV-Mädchen-Nr. 3 Vanessa Schehrer in Runde 2 gegen Hollands Thea Kaaijk geschlagen geben, dafür gewann aber hier die starke Newcomerin Benita Göbel aus Essen Spiel um Spiel. Monique Leßmeister schlug im Achtelfinale Dortmund-Siegerin Priscilla Groeneweg (Holland) mit 3:1. Jenny Lieverkus gewann hier mit 3:2 gegen die Vorjahresdritte Sanne Schelvis (Holland) und danach 3:0 gegen Vizeweltmeisterin Chantal Snijders (Holland).
Im Halbfinale unterlag Jenny dann gegen die holländische Titelverteidigerin Denise Keijzer, aber Benita Göbel zog mit einem 3:1 gegen Monique Leßmeister ins Endspiel ein.
Benita hatte im Turnierverlauf mit Viktoria Weber die frühere Mädchen-Nr. 1 geschlagen. Im Finale konnte sie dann aber beim 0:3 gegen Denise Keijzer kein Leg gewinnen und wurde hinter der nun zweifachen German-Open-Siegerin Zweite.

Benita Göbel aus Essen wurde bei den Mädchen Zweite hinter Denise Keijzer

Trina Gulliver erspielt sich 3. Titel vor Marika Juhola
Um 10.00 Uhr morgens waren am Sonntag auch die 297 Damen an den Start gegangen, bei denen fast die gesamte europäische Spitze vertreten war. Es gab zwar auch hier frühe Überraschungen, aber nicht so viele wie bei den Herren.
So gewann in Runde 2 Michelle Sossong gegen Rilana Erades (Holland), die tags zuvor im Doppelfinale gestanden hatte. Gleich im Spiel danach mußte sich Michelle dann aber gegen Nora Fekete aus Ungarn verabschieden.
Hollands Nationalspielerin Roelie Bakker unterlag in Runde 3 gegen Brenda Sioen aus Belgien und auch 2 deutsche Spitzenspielerinnen schieden hier aus. DDV-Nr. 2 Bianka Strauch verlor gegen Schottlands Louise Hepburn und Trixi Kröckel schied gegen Kerstin de Vries (Holland) aus, die schon in Dortmund Fünfte war.
Andrea Leipold verlor in Runde 4 durchaus unerwartet gegen die Belgierin Carin Kiss. Strauch-Bezwingerin Louise Hepburn unterlag zeitgleich gegen Hollands Karin ten Kate und Englands Michelle Jackson mußte sich gegen Karin Krappen geschlagen geben. Die starke Schwedin Maud Jansson schied hier gegen Francisca Hoenselaar aus.
Im Gruppenfinale machte Finnlands Marijka Juhola erstmals auf sich aufmerksam, als sie mit 3:1 gegen Mieke Bambi de Boer gewann. Francisca Hoenselaar hatte einen sehr schweren Weg ins Boardfinale gehabt, bestand nun aber auch hier die Prüfung gegen Barbara Lee (England) mit 3:1.
Im Achtelfinale traf Francis dann auf DDV-Nr. 5 Sabrina Spörle, die in der Runde zuvor mit Carina Ekberg aus Schweden die 2003er-Finalistin mit 3:1 bezwungen hatte. Geradezu sensationell setzte sich Sabrina nun auch mit 3:2 gegen Francis Hoenselaar durch, womit eine der beiden absoluten Top-Favo-ritinnen draußen war.
Ein Klasseturnier spielte auch Steffi Ohlinger (K´lautern), die nach einer knappen 2:3 Niederlage gegen Englands Clare Bywaters genauso Neunte wurde wie DDV-Nr. 1 Heike Ernst nach deren 2:3 gegen Marika Juhola. Einzig Marene Csepeli (Berlin) gelangte noch mit einem 3:0 gegen Yvanca van Welt (Holland) in das Viertelfinale, wo sie allerdings 0:3 gegen WDF-Nr. 1 Trina Gulliver unterlag.
Sabrina Spörle schaffte es hier tatsächlich sich mit einem 3:1 gegen Rachel Dixon (England) ins Halbfinale zu spielen. - Dort traf die junge Deutsche auf Marika Juhola und mußte sich schließlich mit 0:2 und 1:2 geschlagen geben - war aber mit dem ausgezeichneten 3. Platz beste Deutsche. Das andere Halbfinale gewann Trina Gulliver mit genau dem gleichen Resultat gegen Karin Krappen.
Marika Juhola gewann im Finale das 1. Leg in 26 Darts, aber Trina Gulliver holte sich das Set mit anschließenden 19 und 23 Pfeilen. Mit 15 und 29-Darts sicherte sich Trina dann ihren 3. Einzeltitel bei der German Open, wobei sie einen Average von 22.13 erzielte, während Marika Juhola 20.95 Punkte pro Dart erreichte.

Zum 3. Mal gewann Trina Gulliver das Dameneinzel, diesmal vor Marika Juhola

Seyler/Welge gewinnen Herrendoppel vor Ferdinandus/Michels
Im Herrendoppel hatte die German Open den größten Zuwachs zu verzeichnen: Mit 481 Startern hatten ca. 24% mehr Teilnehmer gemeldet als im Vorjahr. Nach den ersten beiden Runden wurde es dann gegen 15.00 Uhr richtig ernst.
Zwei deutsche Top-Doppel mußten in Runde 3 ihre Hoffnungen begraben. Artut/Langendorf unterlagen hier 1:3 gegen Englands Atkins/Walton und Schmidt/Schneider verloren mit dem gleichen Ergebnis gegen Ciza/Jenicek (Tschechien). Kröckel/Rice schieden eine Runde später im Boardfinale mit 0:3 gegen Koster/de Ruiter (Holland) aus. In einem weiteren der 32 Boardfinals unterlagen die Mitfavoriten Hankey/Stompe mit 0:3 gegen Bunting /Green (England).
Keine einzige Überraschung gab es dann unter den letzten 32, umso mehr fand dann aber die 2:3 Niederlage der Top-Favoriten Adams/King im Achtelfinale gegen Einzelsieger Paul Hanvidge und dessen Partner Evander Stevensen Beachtung! Seyler/Welge setzten hier einen weiteren Glanzpunkt mit ihrem 3:1 gegen die Schotten Henderson/McDonald.
Im Viertelfinale gewannen die Bremer dann 3:1 gegen die Vorjahressieger Eccles/Greatbatch und setzten ihren Siegeszug im Halbfinale mit einem Dreisatzsieg gegen Bottelbergs/van der Rijk (Belgien) fort. Ebenfalls in 3 Sets gewannen Hollands Ferdinandus/Michels das andere Halbfinale gegen Belgiens Boffel/Vanderbogaerde.
Kein anderes DDV-Doppel außer Seyler/Welge hatte überhaupt die Runde der Letzten 16 erreicht, und die kamen nun eilenden Schritts in Richtung Bühne gelaufen - hatten sie doch geglaubt zuvor würde noch ein anderes Finale gespielt.
Die beiden Bremer hatten es dann auch im Endspiel sichtlich eilig, als sie in 20, 15, 18 und 18 Darts mit zweimal 2:0 gegen Ferdinandus/Michels gewannen und dabei einen Average von 28.23 erzielten. Die Holländer erreichten 24.88 Punkte pro Dart.
Bleibt zu festzuhalten, daß am Samstag einige unbelehrbare Schwachköpfe für das traurige Aus der German Open in den Flottmannhallen, einem der beliebtesten Turniere weltweit, gesorgt haben. Aber vielleicht gelingt es ja Dietmar Ernst und seiner Crew eine neue German Open an anderer Stelle und mit neuem Konzept ins Leben zu rufen.
Diese würde dann insbesondere den offensichtlich notwendig gewordenen Sicherheitsanforderungen entsprechen, die beim heutzutage im Mode zu kommen scheinenden Darthooligan-Tourismus unumgänglich werden. Vielleicht schafft man es ja dennoch die in Herne dermaßen geliebte unmittelbare Nähe der normalen Teilnehmer zu den Stars beibehalten zu können. Doch all das steht noch in den Sternen.

Seyler/Welge gewannen nach Bremen und Dortmund nun auch das German-Open-Doppel

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

19./20. Februar 2005 WDF Dortmund Open

Martin Jonkers und Sandra Pollet holen die Einzeltitel der WDF Dortmund Open

Einen Anstieg der Teilnehmerzahlen von bemerkenswerten 26% hatte die WDF/DDV Dortmund Open zu verzeichnen, die am 19./20. Februar 2005 im Parkhaus BaropSagenhafter Anstieg der Teilnehmerzahlen ausgetragen wurde. Am Samstag gab es ein rein holländischen Finale, in dem sich Martin Jonkers gegen Ronny Arts durchsetzte. Den Titel im Dameneinzel hatte sich kurz zuvor die Belgierin Sandra Pollet vor DDV-Nr. 1 Heike Ernst gesichert. Auch das Endspiel der männlichen Jugend bestritten am Sonntag zwei Holländer. Brian Megens siegte dabei vor Pascal van Mourik. Bei den Mädchen ging der Titel an Priscilla Groeneweg aus Holland, die DDV-Mädchen-Nr. 2 Kerstin Lederbogen bezwang. Im Herrendoppel siegten Tomas Seyler und Andree Welge vor Tanguy Borra und Erik Clarys aus Belgien. Das Damendoppel gewannen Heike Ernst und Andrea Leipold vor Beatrix Kröckel und Kerstin Niederau.

Turnierleiter Uwe Grabowski überreicht bei der Siegerehrung
die Pokale an Ronny Arts und Martin Jonkers

Sagenhafter Anstieg der Teilnehmerzahlen
Der Teilnehmerzuwachs war schon gewaltig - für die Einzel am Samstag hatten genau 24,25% mehr Herren und Damen gemeldet als noch im Vorjahr. Einen solchen Anstieg hat es seit ca. 10 Jahren nicht mehr gegeben, und natürlich freute sich der Dortmunder Ausrichter wie auch der DDV sehr darüber. Ziemlich sicher waren auch die Dart-Übertragungen im DSF zum Jahreswechsel mit ursächlich für diesen Boom.
Ausländische Spieler waren eine ganze Reihe angereist. Besonders stark vertreten waren wie immer Holland und Belgien, es kamen aber auch Spieler aus Dänemark, Österreich, Ungarn, Schweden und der Schweiz.
Von den ausländischen Cracks mußten sich in Runde 1 der Österreicher Franz Thaler gegen Ronny Arts (Holland) und der Belgier Kurt van der Rijck gegen Volker Backes geschlagen geben. Eine Runde später verlor der Däne Brian Christiansen 0:3 gegen Co Noevens (Belgien). Aber auch bei den deutschen Spitzenspielern wurde recht früh gewaltig ausgedünnt.
Zwar konnte DDV-Nr. 2 Andree Welge sein hartes Erstrundenmatch gegen Johann Honner noch 3:1 gewinnen, eine Runde später erwischte es aber Nationalspieler Marcel Schmidt, der 2:3 gegen die Ex-Jugend-Nr. 1 Gordon Kalke (Mülheim) unterlag. Überhaupt war die zweite Runde kein Pflaster für die Arrivierten.
Stephan Schneider hatte bei den letzten Turnieren eigentlich immer Lospech gehabt - und das verließ ihn auch diesmal nicht. Nachdem seine Gegner in Runde 1 und 2 nicht angetreten waren, erwischte ihn Ex-Embassy-Spieler Mensur Suljovoc kalt mit 3:1.
Andree Welges unterlag in einem der 32 Boardfinals 2:3 gegen Jürgen Bülten, der im Vorjahr mit Heinfried Hepe Zweiter im Doppel war. Nicht besser erging es Belgiens Erik Clarys, der dreimal hinter-einander das Dortmunder Doppel gewonnen hatte, als er sich mit 1:3 gegen Wuppertals Markus Hawlitzki geschlagen geben mußte. Auch für Carsten Hoffmann war hier mit 0:3 gegen Olaf Tupuschis Schluß und Clarys´ Doppelpartner Tanguy Borry mußte mit 2:3 gegen Sven-Oliver Beute (Walldorf) die Segel streichen.
Unter den letzten 32 gelang Christian Block (R´hausen) ein 3:0 gegen die zuletzt so starke DDV-Nr. 3 Jyhan Artut. Nur 4 nicht für den DDV gemeldete Spieler erreichten die Runde der letzten 16. Bis auf den Belgier Yves Cottenje kamen auch alle ins Viertelfinale, nachdem es im Achtelfinale keine echten Überraschungen gegeben hatte - außer der Niederlage von Mensur Suljovic gegen Ilja Feldhaus (Belgien) vielleicht.

Colin Rice (beim Wurf) unterlag erst im Halbfinale gegen den späteren Sieger Martin Jonkers

Zwei Holländer spielen sich überzeugend ins Herrenfinale
Ein wahrer Krimi war das Viertelfinale zwischen DDV-Nr. 1 Tomas Shorty Seyler und Frank Mast. Shorty gewann zwar Set 1 mit 2:1, Frankieboy jedoch die nächsten beiden mit dem gleichen Resultat zum Sieg. Auch Colin Rice benötigte alle 3 Sets, bevor er den Vorjahressieger Markus Schulte, der einige Matchdarts vergab, mit 2:0, 1:2 und 2:1 bezwang. Zwei Deutsche waren im Halbfinale.
Die beiden anderen Matches waren bereits nach 2 Sets beendet. Mit zweimal 2:1 gegen Ilja Feldhaus zog Martin Jonkers (Holland) ins Halbfinale ein. Das gelang mit Ronnie Arts auch noch einem zweiten Holländer, als er Sven-Oliver Beute mit 2:1 und 2:0 bezwang.
Es folgten also zwei deutsch-holländische Halbfinals. Frank Mast konnte in Set 1 zwar gegen Ronny Arts in Führung gehen, die nächsten beiden Legs holte aber der Holländer. Auch Set 2 ging dann an Ronny Arts, der mit diesem 2:1 und 2:0 Erfolg als Finalist feststand.
Das zweite Halbfinale war bedeutend enger. Martin Jonkers gewann Leg 1, Colin Rice das zweite - martin dann aber doch das Set mit 2:1. In Set 2 war es wieder Martin, der in Führung ging, und Colin, der ausglich. Colin gewann Leg 3 und schaffte mit diesem 2:1 den Setausgleich.
Im 3. Set ging zum 3. Mal Martin in Führung, und zum 3. Mal glich Colin aus. Das allerletzte der 9 Legs mußte also entscheiden. Colin Rice hatte dann 56 Rest als Martin Jonkers schließlich zum Match dichtmachte.
Ronny Arts gewann Set 1 des absolut hochklassigen Finales in 15 und 12 Darts (mit 104er- und 121er-Fi-nishes) und startete dann gleich mit einem 18-Darter im 2. Set. Martin Jonkers kam in keinem der 3 Legs unter 100!
Doch dann konterte er. Mit einem 11-Darter glich er Set 2 aus und sicherte es sich dann mit 18 Pfeilen. Mit einem 15-Darter incl. 116er-Finish ging Jonkers dann zu Beginn von Set 3 erstmals in diesem Finale in Führung. Ronny Arts glich in 18 Pfeilen aus, doch ein weiterer 15er bedeutete für Martin Jonkers die 2-1 Setführung.
Mit einem 19-Darter startete Jonkers dann in Set 4, was Arts mit einem 14er ausglich. Als Arts dann auf Tops Rest stand, zog Jonkers das Leg zum 16-Darter und damit zum Titelgewinn zu. Sieger Martin Jonkers spielte einen Average von 31.09 und auch Ronny Arts hatte mit 30.50 noch einen Superaverage! Martin gelangen im Finale drei 180er, Ronny spielte ebenfalls drei!

Ronny Arts belegte im Herreneinzel Platz 2 hinter Martin Jonkers, beide Spieler kommen aus Holland

Sandra Pollet siegte im Damenfinale gegen Heike Ernst
Bei den 130 Damen galten Vorjahressiegerin Heike Ernst und die Gewinnerin von 2003 Sandra Pollet als Favoritinnen. Die deutsche Spitze war so gut wie komplett vertreten, und auch aus aus dem benachbarten Ausland war eine stattliche Zahl starker Spielerinnen angereist.
Gleich in Runde 1 war das Turnier für DDV-Nr. 3 Trixi Kröckel zu Ende. Sie unterlag gegen die Baden-Württembergerin Sabine Kempter. Von den besonders bekannten Spielerinnen mußte sich in Runde 1 auch noch die Malta-Open-Siegerin Bianca Ehlen gegen Janni Larsen (Dänemark) geschlagen geben. Nach langer Pause war auch die German-Open-Zweite von 1995, Gerda Sögaard, wieder dabei. Die Dänin unterlag in Runde 1 gegen die Berliner Ungarin Marene Csepeli.
In Runde 2 schied die Vorjahresfinalistin Susanne Schubert aus Mülheim gegen Silke Surdakowski (Wup-pertal) aus, und DDV-Nr. 6 Michelle Sossong unterlag gegen Aneloes Menger aus Holland. Unter den letzten 32 mußte dann auch Kerstin Niederau ihre Hoffnungen begraben, als sie 2:3 gegen Anja Silies (Neuenkirchen) verlor.
Das frühe Aufeinandertreffen von DDV-Nr. 2 Bianka Strauch und der belgischen Spitzenspielerin Sandra Pollet bereits im Achtelfinale war darauf zurückzuführen, daß Sandra zur Zeit nicht im Vorderfeld der WDF-Rangliste placiert ist. Sandra siegte mit 3:0.
Auch Andrea Leipolds Sturmlauf auf die Ranglistenspitze wurde unter den letzten 16 vorerst gestoppt, als sie 2:3 gegen Marene Csepeli unterlag. Mit Ungarns Nora Fekete schied hier eine weitere starke Spielerin 2:3 gegen Aneloes Menger aus.
Mit Heike Ernst und Sabrina Spörle fanden sich schließlich nur Zwei aus den DDV-Top-10 im Viertelfinale wieder, das von Anja Silies, Marene Csepeli und vier aus dem Ausland angereisten Damen komplettiert wurde.
Im Viertelfinale beeindruckte Anelos Menger mit einem 3:2 Erfolg gegen die sehr starke Dänin Mona Lund. Ebenfalls 3:2 siegte Mitfavoritin Sandra Pollet gegen Marene Csepeli. Den Sieg im einzigen rein deutschen Duell verbuchte Sabrina Spörle gegen Anja Silies mit 3:1 für sich. Ebenfalls 3:1 siegte Heike Ernst gegen Kerstin de Vries aus Holland.
Beide Halbfinals waren schon nach 2 Sets beendet. Heike Ernst gewann mit 2:1 und 2:0 recht sicher gegen Sabrina Spörle. Aneloes Menger ging im Benelux-Vergleich gegen Sandra Pollet zwar in Führung, die Belgierun gewann aber die nächsten 4 Legs in Folge zum Finaleinzug - wobei Aneloes jedesmal auf Doppel gestanden hatte.
C Es kam also zum gleichen Damenfinale wie vor 5 Jahren, als Heike Ernst gegen Sandra Pollet den Titel geholt hatte. Sandra ging mit einem 26-Darter in Führung und Heike glich in 24 Pfeilen aus. Leg 3 ging dann in 27 Darts wieder an Sandra, die damit Set 1 gewonnen hatte.
Im 2. Set hatte Heike dann keinen Dart auf Doppel, als Sandra in 18 und 24 Pfeilen zum Titelgewinn zumachte. Das Endspiel war nicht allzu hochklassig, was die recht eng zusammenliegenden Averages von 20.99 für Sandra und 21.07 von Heike belegen.

Sandra Pollet aus Belgien gewann das Dameneinzel vor DDV-Nr. 1 Heike Ernst

Hollands Kids waren ab dem Viertelfinale unter sich
Nachdem schon am Samstag beide Titel ins Ausland gegangen waren, wagte man am Sonntag bei den Einzeln der Jugend kaum auf Änderung zu hoffen. Zumindest bei den Jungen nicht! Denn nur knapp ein Drittel der 68 Starter kam aus Deutschland, der Rest was fast ausnahmslos aus unseren holländischen Nachbarland angereist!
Natürlich lagen die DDV-Hoffnungen in erster Linie auf Kevin Münch, der sich ja schon einen Monat zuvor beim German Gold-Cup gegen eine geballte Übermacht durchgesetzt hatte! Aber bereits im Achtelfinale war für den jungen Bochumer mit einem 1:3 gegen Pascal van Mourik Schluß und er belegte Platz 9.
Unglaublich, aber damit war er (wenn auch nicht allein) bester Deutscher! Keiner von unseren Youngsters schaffte es unter die letzten Acht, die ausnahmslos aus Holland kamen! Einzig Maximilian Hilbig (Berlin) und Patrick Beier (Sonthofen) gelang es genau wie Kevin Platz 9 zu erreichen.
Im Halbfinale setzte sich Pascal van Mourik klar mit 2:0 und 2:1 gegen Joey de Ruiter durch und Brian Megens gewann sogar noch deutlicher mit zweimal 2:0 gegen Nicky Schreurs.
Im Finale spielte Pascal vam Mourik im allerersten Leg gleich einen 15-Darter, den Brian Megens aber in 24 Pfeilen ausglich. Mit einem 22-Darter sicherte sich dann aber doch Pascal das 1. Set. Er ging dann auch in Set 2 gleich mit einem 20-Darter in Führung, hatte aber in den Legs 2 und 3 keinen Matchdart als Brian mit 25 und 18 Pfeilen den Setausgleich schaffte.
Im letzten Set stand Pascal dann auf 40 bzw. 10 Rest als Brian mit 21 und 27 Darts zum Titel dichtmachte. Die Averages des Finales lagen bei 21.86 für Sieger Brian und bei 22.24 für Pascal. Highlight waren die zwei 180er in Folge von Pascal - insgesamt warf er 3 (Pascal gelangen zwei 180er).

Pascal van Mourik unterlag im Finale der männlichen jugend gegen Brian Megens

Priscilla Groeneweg nach Vize-Titel nun Mädchensiegerin
Auch unter den 25 Mädchen, die in Dortmund an den Start gingen, waren sieben junge Damen aus Holland. Enttäuschend lief das Turnier besonders für Vanessa Schehrer. War die junge Kaiserslautererin im Vormonat auf Platz 1 der Mädchenrangliste geklettert, so verlor sie in Dortmund gleich ihr 1. Spiel 0:3 gegen Gerie Schuil (Holland). Danach kam in der Loserrunde (die Mädchen spielten Doppel-KO) das endgültige Aus mit 1:2 gegen Sarah Knopp (Niederselters).
Die Gruppe gewann am Ende Patricia Groeneweg (Holland) aus der Siegerrunde kommend mit 3:0 gegen Viktoria Weber. Im Vorjahr hatte übrigens Viktoria das Endspiel gegen Priscilla gewonnen!
In der anderen Gruppe gewann Kerstin Lederbogen die Siegerrunde und traf im Gruppenfinale auf Bremen-Siegerin Jenny Lieverkus, gegen die sie schon im Siegerfinale gewonnen hatte. Jetzt mußte Kerstin zwar das erste Match 1:3 abgeben, gewann jedoch das zweite 3:0 und stand im Turnierfinale.
Im Finale begann Priscilla Groeneweg gleich mit zwei Tonnen und dominierte das Match auch weiterhin klar. Sie siegte mit zweimal 2:0 (21, 30, 24 und 31 Darts) gegen Kerstin Lederbogen. Kerstin, die einen Average von 16.50 spielte, hatte aber den Trost nun wieder die neue Mädchen-Nr. 1 des DDV zu sein. Der Average von Priscilla Groeneweg lag bei starken 18.91.

Kerstin Lederbogen wurde bei den Mädchen Zweite hinter Hollands Priscilla Groeneweg

Dortmunder Doppel-Ära Borra/Clarys von Seyler/Welge beendet
Im Doppel war der Teilnehmeranstieg sogar noch krasser als im Einzel. Die 152 Herren- und 45 Damendoppel bedeuteten einen Zuwachs von 32,2%! Gleich in Runde 1 kam es zu einem Kracher: Die Mitfavoriten Schulte/Mast unterlagen gegen Mensur Suljovic und Ritchie Buskohl.
In Runde 2 setzten die Kölner Kahrau/Krüger ein Highlight. Dies weniger weil sie 3:0 gegen Honner/Kropp gewannen, sondern weil Rolf Kahrau ein 170er-Finish gelang. Überraschend unterlagen in Runde 3 Antz/Flück 2:3 gegen Arlt/Koschke (R´hausen), Backes/Tupuschis 0:3 gegen Bakens/Mcc (Holland), Barlow/z.Felde 1:3 gegen Hawlitzki/Lausberg (Wuppertal).
Im Achtelfinale schieden dann auch Buskohl/Suljovic gegen die starken Bayern Greiter/Mieslinger aus. Die Dortmunder Schulz/Specht überzeugten mit dem Erreichen des Viertelfinales, wo sie dann in 3 Sets gegen die belgischen Titelverteidiger Borra/Clarys unterlagen.
Genauso über 3 Sets ging das Viertelfinale zwischen Kröckel/Rice und Artut/Langendorf, das Erstgenannte gewannen. Nur 2 Sets brauchten Seyler/Welge für ihren Erfolg gegen Giorni/Lemmes aus Mülheim bzw. Dortmund. Ebenfalls in 2 Sets gewannen Greiter/Mieslinger gegen die Bremer Schiele/Schmidt.
Beide Halbfinals waren schnell beendet. Seyler/Welge gewannen zweimal 2:1 gegen Kröckel/Rice und Borra/Clarys siegten zweimal 2:0 gegen Greiter/Mieslinger. Im Finale gab es dann einen überraschend klaren Sieg von Seyler/Welge gegen die Borra/Clarys, die zuvor 3 Mal in Folge den Titel geholt hatten.
Nur das allererste Leg gewannen die Belgier in 18 Darts, die nächsten 6 holten dann Seyler/Welge in 18, 13, 18, 15, 14 und 19 Pfeilen zum 2:1, 2:0 und 2:0 Erfolg. Auch die Averages sprachen eine deutliche Sprache: Seyler/Welge erreichten 27.93 und Borra/Clarys 25.34 Punkte pro Dart.

Tomas Seyler und Andree Welge aus Bremen gewannen den Doppelwettbewerb souverän

Heike Ernst siegte im Doppel diesmal mit Andrea Leipold
Beim Damendoppel gab es in den ersten Runden kaum Überraschungen. Ein schöner Erfolg war aber der 3:0 Sieg der Hessinnen Bächler/Männel gegen Hollands Doek/Armstrong. Eine Runde später mußten sich die beiden jedoch im Achtelfinale mit 2:3 gegen die Rheinländerinnen Mirer/Schumann geschlagen geben. Im Spitzenspiel der Runde setzten sich Niederau/Kröckel 3:0 gegen Spörle/Hornig durch.
Im Viertelfinale schalteten Niederau/Kröckel dann auch noch die Bremen-Siegerinnen Lazar/Fekete (Ungarn) mit 3:1 aus. Mirer/Schumann legten ein bemerkenswertens 3:1 gegen die Bremer Fiedler-Schwestern hin. Genauso stark war das 3:1 von Diepenseifen/Teichmann (Düsseldorf) gegen die Mitfavoriten Csepeli/Strauch. Ernst/Leipold schließlich zogen mit einem 3:1 gegen Schimig-Reitzug/Rogalla ins Halbfinale ein.
Diepenseifen/Teichmann unterlagen dann im Halbfinale 1:2 und 0:2 gegen Niederau/Kröckel. Auch im anderen Halbfinale setzten sich mit Strauch/Leipold die Favoritinnen mit zweimal 2:0 gegen Mirer/Schumann durch.
Das Finale ging vom Ergebnis her klar mit zweimal 2:0 für Ernst/Leipold (Average 19.84) aus, die 26, 21, 27 und 27 Darts spielten. Ganz so klar war es allerdings nicht, denn dreimal standen Kröckel/Niederau (Av. 19.17) auf 20 Rest als ihnen das Leg vor der Nase zugemacht wurde. Für Heike war es der 7. Dortmunder Doppeltitel in Folge - diesmal mit Andrea Leipold, zuvor sechsmal mit Bianka Strauch.

Heike Ernst und Andrea Leipold gewannen das Dortmunder Damendoppel

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

29./30. Januar 2005 WDF Bremen (German Gold Cup)

Tomas Seyler und Bianka Strauch siegen bei German Gold-Cup 2005 in Bremen

Das neue Jahr begann für die DDV-Turnierserie 2004/05 mit dem German Gold-Cup in Bremen. Hier gab es vom 28. bis 30. Januar 2005 nicht nur DDV-Punkte sondern auch WDF-Weltranglistenpunkte zu gewinnen. Die Einzeltitel holten am Samstag DDV-Nr. 1 Tomas Seyler vor dem Tschechen David Miklas und DDV-Nr. 2 Bianka Strauch vor Nicole Männel. Am Sonntag gewannen Seyler/Welge das Herrendoppel vor Schmidt/Schneider. Der Damendoppeltitel ging als einziger ins Ausland als die Ungarinnen Fekete/Lazar im Finale die Bremer Fiedler-Schwestern bezwangen. Bei der Jugend siegte Kevin Münch vor Niels-Jan Stuiver (Holland) und Jenny Lieverkus vor Thea Kaayk (Holland). Internationale Deutsche Meister im Mixed-Doppel wurden bereits am Freitagabend Bianka Strauch und Karsten Otto vor Brigitte Bedenik und Rainer Haaß.

Hier laufen die Halbfinals im Herreneinzel des German Gold-Cup,
vorn Seyler gegen Hughes hinten Sauzier gegen Miklas

Bianka Strauch und Karsten Otto neue Mixed-Meister
Gut besucht war mit 81 Gespannen am Freitagabend die Internationale Mixed-Doppel-DM. Gleich in Runde 2 trafen die Vizemeister von 1999 Brigitte Bedenik und Rainer Haaß auf die starken Bayern Anke Kirchermeier und Martin Degel und warfen diese aus dem Rennen.
In Runde 2 mußten sich auch Sabine Kloes und Marcel Schmidt gegen die Sylter Tanja Saleske und Kai Geselle geschlagen geben. In Runde 3 hatten die vorjährigen Vizemeister Susanne Schubert und Jörg Neumann das Nachsehen gegen die Nordlichter Bianka Langendorf und Johann Honner.
Bereits in Runde 1 hatten die beiden Jugendlichen Jenny Lieverkus und Kevin Münch einen starken Einstand gefeiert, als sie sich gegen die geballte BWDV-Power aus Sabrina Spörle und Frank Mast durchsetzten. Im Achtelfinale warfen die beiden Kids dann auch noch Langendorf/Honner aus dem Rennen.
Die größte Überraschung im Achtelfinale war aber der klare 3:0 Sieg von Nicole Schumann und Matheus Ziolkowski (M´gladbach) gegen Trixi Kröckel und Colin Rice.
Fast alle Viertelfinals gingen eigentlich gegen die Erwartungen aus. Hier mußten sich auch die 5-fachen Titelgewinner Heike Ernst und Andreas Kröckel im NWDV-Vergleich mit 1:3 gegen Bri-gitte Bedenik und Rainer Haaß geschlagen geben.
Bedenik/Haaß gewannen dann auch ein knappes Halbfinale gegen die Jugendpower von Lieverkus/Münch, die damit einen starken 3. Platz erreichten. Auf diesem beendeten auch Birgit Tischer und Michael Lemmes (Dortmund) nach ihrem 1:3 im 2. Halbfinale gegen Bianka Strauch und Karsten Otto vom DC Bruchköbel das Turnier.
Im Finale setzten sich dann die Hessen durch, womit Bedenik/Haaß wie 1999 in Offenbach Vizemeister wurden. Für Bianka war es bereits der vierte Mixed-Titel, für Karsten war es die erste Deutsche Meisterschaft überhaupt.

Bianka Strauch und Karsten Otto aus Bruchköbel wurden
neue internationale Deutsche Mixed-Doppel-Meister

Teilnehmerzuwachs auch beim Gold-Cup
Am Samstag ging es dann um 10.00 Uhr mit den Einzeln der Herren und Damen weiter. Der Aufwärtstrend bei den Teilnehmerzahlen setzte sich auch hier fort, denn es meldeten mit 475 Herren und 148 Damen immerhin 4% mehr als im Vorjahr.
Leider waren diesmal nicht sehr viele ausländische Spieler am Start, was besonders für die sonst deutlich zahlreicheren Holländer und Belgier gilt, denn zeitgleich lief in Holland mit der Dutch Open das weltweit größte WDF-Turnier überhaupt.
Auch 3 deutsche Top-20-Spieler unterlagen bereits in ihrem Auftaktmatch. So verlor Jugend-Nr. 1 Kevin Münch hier 2:3 gegen den Gocher Alexander Holland. Besonders bitter war es für DDV-Nr. 5 Stephan Schneider gleich im ersten Spiel auf die soeben nicht in die Setzliste gekommene bayerische Nr. 2 Michael Mieslinger zu treffen. Stephan unterlag mit 1:3. Auch für Andy Kröckel war gegen Bayerns Nr. 4 Martin Degel nach einem 1:3 in Runde 1 Schluß.
Noch zwei weitere bekannte Namen erwischte es in dieser Runde. Völlig unerwartet unterlag Berlins Gallionsfigur Jörg Goga 2:3 gegen Dieter Heibei. Marcel Schmidt hatte kein Glück mit der Auslosung. Gleich in Runde 2 war Fast-Nationalspieler Johann Honner sein Gegner und an diesem Brocken verschluckte sich Celli: 0:3.
Im Gegensatz zu den normalen DDV-Ranglistenturnieren werden die deutschen WDF-RLTs nicht im Doppel- sondern im Einfach-KO-System gespielt. Also reichte in den 32 Gruppenfinals jeweils 1 Sieg um ins Sechzehntelfinale einzuziehen.
DDV-Nr. 2 Andree Welge schaffte das nicht, denn er unterlag hier gegen den Vilsbiburger Werner Greiter. Nicht besser ging es dem an 7 rangierenden Carsten Hoffmann. Der ehemalige Jugendweltmeister mußte sich im Boardfinale 0:3 gegen Clarence Sauzier (Hannover) geschlagen geben

Der Tscheche David Miklas war mit Platz 2 der erfolgreichste ausländische Spieler beim German Gold-Cup

Tomas Seyler gewinnt Herrenfinale vor David Miklas
Unter den letzten 32 geschah dann eigentlich nicht viel Außergewöhnliches - außer einem Hallo-Erlebnis für Colin Rice. Der unterlag hier nämlich gegen den völlig unbekannten Meik Nassner mit 1:3. - Im Achtelfinale bezwang DDV-Nr. 1 Tomas Seyler dann im Bremer Duell seinen Caller Klaus Wagner mit 3:1.
Bemerkenswert sind hier insbesondere noch Michael Netts 3:2 gegen DDV-Nr. 4 Marcus Schulte und Ingo Vogts 3:1 gegen die Nr. 6 Jyhan Artut. Standen im Vorjahr noch 3 Ausländer unter den letzten 8, so schaffte diesmal einzig der Tscheche David Miklas mit dem 3:2 gegen Andreas Klittmann (Bremen) den Sprung ins Viertelfinale.
Auch unter den letzten 8, ab wo man best-of-3-sets-of-3-legs spielte, gewann Miklas sein Match. In nur 2 Sets siegte er gegen Ingo Vogt. Keinziges Leg gab DDV-Nr. 1 Tomas Seyler bei seinem Erfolg gegen Frank Mast ab.
Die beiden anderen Viertelfinals waren enger. Michael Nett gewann Set 1 gegen Simon Hughes 2:1, mußte die beiden nächsten aber 1:2 und 0:2 abgeben. Clarence Sauzier gewann Set 1 gegen Werner Greiter 2:0 und gab Set 2 mit 1:2 ab. Den entscheidenden Durchgang gewann dann aber wieder Sauzier mit 2:1. - Beide Halbfinals gingen dann recht deutlich aus. Shorty Seyler gewann gegen Simon Hughes erneut zu Null und David Miklas gab beim 2:1 und 2:0 gegen Clarence Sauzier nur ein einziges Leg ab.
In seinem ersten Gold-Cup-Finale war Tomas Seyler gegen David Niklas favorisiert, dies umso mehr als es für ihn ein Heimspiel war. Er holte sich Set 1 auch gleich in 23 und 17 Pfeilen und begann Set 2 dann gleich mit einem 13-Darter. Den glich David mit einem 17er aus, doch Shorty sicherte sich auch Set 2 mit dem folgenden 18er.
Obwohl Shorty zu Beginn des 3. Sets bereits seine dritte 180 in diesem Finale warf, konnte David diesen Durchgang mit 20 und 18 Pfeilen für sich entscheiden und zum 1-2 nach Sets verkürzen. David kam dann im 4. Set zunächst nicht so recht in die Gänge, was Shorty zu einem 17-Darter ausnutzte, wobei David noch 160 Rest hatte.
Danach checkte Tomas Seyler dann mit Tops zum 16-Darter und damit zum Titelgewinn. Der Bremer erzielte im Finale einen Average von 27.97. David Miklas erreichte einen Punkteschnitt von 25.83 pro Dart und demonstrierte mit seinem 2. Platz, daß auch in Tschechien starke Pfeile gespielt werden.

Tomas Seyler ist im Deutschen Dartsport zur Zeit das Maß aller Dingen,
er gewann auch den German Gold-Cup souverän

Bianka Strauch vor Nicole Männel in rein hessischem Finale
Waren bei den Herren die Top-24 der DDV-Rangliste bis auf Richard Buskohl komplett angetreten, so fehlte auch bei den Damen mit Gabi Vollbrecht nur eine einzige aus den ersten 24. Gespielt wurde in 16 Einfach-KO-Gruppen, wo Überraschungen zunächst einmal eher die Ausnahme blieben.
Von den Top-8 unterlag lediglich Sabrina Spörle in Runde 3 mit 1-3 gegen Iris Baumgartner (früher: Wagner) aus Bayern. Erwähnenswert ist sicher auch die 0:3 Niederlage von Berlin-Gewinnerin Marene Csepeli in Runde 2 gegen Nicole Hartmann (Bremen) und das 0:3 der Ex-Ausnahme-Jugend.Nr. 1 Nicole Osthues gegen Sabine Kloes (Mülheim).
Viel mehr gibt es aus den Gruppen eigentlich nicht zu berichten, denn es setzten sich in aller Regel die favorisierten Spielerinnen durch. In den 16 Gruppenfinals gab es dann bereits einige hochkarätige Begegnungen.
Hier siegte Kerstin Niederau 3:2 gegen die belgische Nationalspielerin Tanja Deprez und Sandra Fiedler konnte sich mit dem gleichen Resultat gegen Anke Kirchermeier (München) durchsetzen. Berlins Yvonne Schuhmacher legte ein 3:2 gegen Masters-Siegerin Nermin Wilke hin und Michelle Sossong gewann 3:2 gegen Bruna Dekeyzer (Belgien). - Auch im Achtelfinale glänzte Michelle Sossong nochmal mit einem 3:1 gegen die ebenso junge wie starke Nora Fekete aus Ungarn. - Echte Überraschungen gab es im Achtelfinale aber nicht.
Anders war es im Viertelfinale. Hier wunderte sich DDV-Nr. 1 Heike Ernst gab nach 2:1 gewonnenem 1. Set die nächsten beiden mit 1:2 und 0:2 an die fast immer konsequent checkende Nicole Männel (Flörs-heim) ab. Damit war die große Favoritin draußen.
Auch DDV-Nr. 3 Beatrix Kröckel schied hier mit zweimal 1:2 gegen Michelle Sossong aus. Damen-Nr. 2 Bianka Strauch gewann mit 2:1 und 2:0 gegen Yvonne Kiwi Schuhmacher, die damit genauso einen starken 5. Platz belegte wie Kerstin Niederau, die mit zweimal 1:2 gegen Oldenburg-Siegerin Andrea Leipold unterlag.
Das Halbfinale zwischen Andrea Leipold und Nicole Männel war über weite Strecken sehr eng, auch wenn Nicole aufgrund ihrer hohen Doppelsicherheit am Ende mit 2:1 und 2:0 gewann. Über alle 3 Sets ging es zwischen Bianka Strauch und Michelle Sossong im 2. Halbfinale. Bika gewann Set 1 mit 2:0, Michelle den zweiten mit 2:1 nachdem Bianka schon 3 Matchdarts hatte. In Set 3 hatte dann Michelle 16 Matchdarts zum Sieg. Jedoch es war Bianka die schließlich zum Einzug ins Endspiel checkte.
Es gab also ein rein hessisches Finale! Bianka Strauch gewann Set 1 in 24 und 29 Darts und ging auch im 2. Set mit einem 27er in Führung. Nicole Männel glich ihn mit 24 Darts aus, doch Bianka sicherte sich den verdienten Sieg mit einem 25-Darter. Biankas Average in diesem Endspiel lag bei 19.56, Nicoles bei 17.89. Für Nicole war es das erste Einzelfinale gewesen, Bianka qualifizierte sich mit dem Titel, genau wie Herrensieger Shorty Seyler, direkt für die Winmau World Masters 2005.

Nicole Männel unterlag erst im rein hessischen Damenfinale
des German Gold-Cup in Bremen gegen Bianka Strauch

Kevin Münch siegt im Jungeneinzel vor drei Holländern
Am Sonntag gingen im Jungeneinzel 45 Spieler an den Start, darunter 21 bärenstarke holländische Kids. War da was zu gewinnen für unsere Jungs? Es begann gut, denn mit 9 von 16 Achtelfinalisten waren die DDV-Youngsters zunächst einmal vorn.
Das Viertelfinale erreichten allerdings nur drei von ihnen. Dort unterlag dann Benny Grolewski (Berlin) mit 0:3 gegen Nick Stoeckenbroek, Iman Askarsadeh (Bad Orb) verlor mit 1:3 gegen Niels-Jan Stuiver und DDV-Nr. 1 Kevin Münch setzte sich mit 3:0 gegen Ian Hoeve durch.
Jeder weiß, was Kevin spielerisch drauf hat und jeder sah dann im Halbfinale auch daß Kevin kämpfen kann! Gegen Michael van Gerwen gewann Kevin Set 1 mit 2:1 und gab den zweiten 1:2 ab. Nach 1:0 Führung im 3. Set mußte der Deutsche den Ausgleich hinnehmen, knickte aber nicht ein sondern machte nochmal so richtig Dampf. Das wurde schließlich mit dem Check zum Finaleinzug belohnt! Auch das zweite Halbfinale ging über alle 9 möglichen Legs, wobei Niels-Jan Stuiver 1:2, 2:1 und 2:1 gegen Nick Stoeckenbroek siegte.
Im Endspiel, das von Martin Bächler (Flörsheim) gecallt wurde, ging Niels Stuiver mit einem 21-Darter in Führung. Doch Kevin Münch drehte auf und holte sich das Set mit anschließenden 15 und 18 Darts, wobei Niels nicht auf Doppel kam.
Im 2. Set ging dann Kevin mit einem 22-Darter in Führung, nachdem Niels einige Pfeile auf Doppel verschossen hatte. Ein 17-Darter brachte Niels dann aber doch das 1:1 im 2. Set. Beide Spieler standen auf Tops Rest als Kevin zum Oche trat und gleich seinen ersten Dart zum 16-Darter und damit zum Titelgewinn in der Doppel-20 versenkte. Kevins Average betrug 26.75, Niels erreichte 24.91.

Niels-Jan Stuiver aus Holland unterlag im Finale der Männlichen Jugend gegen Kevin Münch

Jenny Lieverkus siegt bei den Mädchen imponierend
Das Mädcheneinzel war das einzige Turnier des Wochenendes, das nicht einfach-KO gespielt wurde. Die 21 jungen Damen gingen in zwei Doppel-KO-Gruppen an den Start. - In Gruppe 1 setzte Jenny Lieverkus (Wuppertal) gleich in Runde 2 mit einem 3:0 gegen Vizeweltmeisterin Chantal Snijders aus Holland ein Highlight. Sie gewann später auch das Siegerfinale gegen DDV-Mädchen-Nr. 1 Kerstin Lederbogen (Bochum) mit 3:1.
Im Gruppenfinale traf Jenny dann erneut auf Chantal Snijders. Sie unterlag zwar knapp mit 2:3, es kam jedoch zu einem zweiten Match, da Chantal ja aus der Loserrunde kam. Jenny ging mit 2:0 gegen eine nervöse Chantal in Führung - doch die fing sich und kam mächtig auf: 2:2! Es war dann Jenny, die ihr Doppel traf und ins Turnierendspiel einzog.
In Gruppe 2 unterlag Mitfavoritin Vanessa Schehrer gleich in ihrem ersten Spiel mit 0:3 gegen Monique Leßmeister, die wie sie selbst aus Kaiserslautern kommt. Doch Vanessa kämpfte sich durch die Loserrunde und erreichte schließlich doch noch das Gruppenfinale.
Hier traf sie auf Thea Kaayk (Holland), die im Gewinnerfinale 3:0 gegen Viktoria Weber (Ahlen) gewonnen hatte. Es war jedoch Thea, die 3:0 gewann und ins Turnierfinale einzog. Vanessa hatte als Trost den 3. Platz und übernahm zudem die Führung der Mädchenrangliste.
Im Finale gewann Thea Kaayk das 1. Leg in 28 Darts, doch Jenny Lieverkus holte das Set danach in 23 und 22 Darts. In Set 2 ging dann Jenny mit einem 27-Darter in Führung, doch diesmal war es Thea die sich das Set mit nachfolgenden 27 und 31 Darts sicherte.
Es war ein starkes Mädchenfinale, nur das 1. Leg im 3. Set endete im Doppelschießen. Nach 52 Pfeilen hatte Thea das bessere Ende für sich und ging im entscheidenden Set 1:0 in Führung. Doch am Ende hatte dann Jenny das Quäntchen Glück, ohne das man ein solches Turnier nicht gewinnen kann. In 23 und 33 Darts checkte sie zum Match. Auch Jennys Average von 16.54 (Thea 15.79) zeigt, daß der Sieg verdient war. Damit hat sich Jenny - genau wie Kevin bei den Jungen - direkt für die Winmau 2005 qualifiziert!

Thea Kyaak aus Holland musste sich im Finale des Mädcheneinzels
knapp gegen Jenny Lieverkus geschlagen geben

Seyler/Welge gewinnen Herrendoppel vor Schmidt/Schneider
Mit 160 Herren- und 50 Damendoppeln hatte man auch am Sonntag 2,0% mehr Teilnehmer zu verzeichnen. Das Revival-Doppel Backes/Tupuschis mußte sich gleich in Runde 1 mit 1:3 gegen Thomas Grein und Lutz Götsch aus Berlin geschlagen geben.
In Runde 2 erwischte es die Doppelsieger von Hamburg Artut/Langendorf mit 2:3 gegen die Sylter Geselle/Kennel. Schluß war in Runde 3 auch für Kröckel/Rice, die 1:3 gegen Brehm/Grey (Bergen) unterlagen und für die Vorjahresfinalisten Hoffmann/Nett, die 2:3 gegen Critcher/Whitehouse (Nienburg) verloren.
Erfolgreichstes ausländisches Doppel wurde am Ende Biesemans/Paap (Belgien) auf Platz 5. Im Halbfinale setzten sich schließlich mit Seyler/Welge die Sieger von 2001 und 2002 in 3 Sets gegen Gundlack/Lausberg (Wuppertal) durch und die Titelverteidiger Schneider/Schmidt siegten ebenfalls in 3 Sets gegen Giorni/Lemmes.
Schmidt/Schneider gewannen im Finale Set 1 mit 2:0, Seyler/Welge die nächsten beiden mit 2:0 und 2:1. Die Westdeutschen glichen mit einem 2:1 aus und gingen im letzten Set mit einem 137er-Finish von Stephan Schneider 1:0 in Führung, als Shorty Seyler sich mit 2 Darts in der Hand lieber Tops stellte als das Bullfinish zu versuchen. Schmidt und Schneider hatten im 2. Leg beide Matchdarts bevor Andree Welge Doppel-5 checkte.
Das allerletzte Leg mußte entscheiden. Celli hatte Stephan gerade Tops Rest gestellt, als Andree 84 zum 17-Darter und damit zum Titelgewinn dichtmachte. Die Finalaverages lagen bei 23.30 für Seyler/Welge, die mit 2 knappen 3:2 Siegen recht holprig ins Turnier gestartet waren und bei 23.50 für Schmidt/Schneider.

Tomas Seyler und Andree Welge aus Bremen gewannen das Herrendoppel beim German Gold-Cup

Ungarns Fekete/Lazar siegen vor Fiedler-Schwestern
Letzter Wettbewerb des Sonntags war das Damendoppel, für den runde 50 Gespanne gemeldet hatten. Gleich in Runde 1 kam es zu einer echten Kracherpartie, wo die Bayerinnen Baumgartner/Kirchermeier mit 2:3 gegen die Norddeutschen Hartmann/Langendorf unterlagen. In Runde 2 unterlag man dann aber überraschend selbst gegen Conny Gamm und die lettische Nationalspielerin Ligita Vilks. Diese beiden spielten stark und bezwangen in Runde 3 auch noch die Hamburg-Finalistinnen Osthues/Sossong.
In Runde 2 schafften die Bremerinnen Ritze/Schmidt mit ihrem 3:1 gegen Kröckel/Niederau die vielleicht größte Überraschung der frühen Runden. Im Viertelfinale gewannen die beiden dann auch 3:1 gegen die Titelverteidigerinnen Bachler/Männel. Bianka Strauch und Marene Csepeli schieden im Achtelfinale gegen die Ungarinnen Lazar/Csepeli aus.
Erst im Halbfinale mußten sich Verena Ritze und Tina Schmidt mit 1:2 und 0:2 gegen die Ungarinnen Nora Fekete und Zsofia Lazar geschlagen geben und wurden Dritte. Die Top-Favoritinnen Ernst/Leipold fanden gegen die Fiedler-Schwestern überhaupt nicht ihr Spiel. Sie unterlagen mit 1:2 und 0:2 gegen die doppelstärkeren Bremerinnen.
Im Finale ging der 1. Set mit 2:1 an die Ungarinnen, der zweite mit 2:1 an die Bremerinnen. Die Fiedlers gewannen das 1. Leg im entscheidenden Set. In den letzten beiden Legs hatte die Deutschen insgesamt ca. 10 Matchdarts bevor die Ungarinnen im 3. Leg ihren 12. Matchdart zum Titelgewinn nutzten. Die Averages waren mit 16.91 für die Fekete/Lazar und 16.59 für Fiedler/Fiedler nicht allzu hoch.

Die Ungarinnen Zsofia Lazar und Nora Fekete gewannen dan Damendoppel in Bremen

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

 

 

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