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17./18. April 2004 Deutsche Meisterschaften in Kirchheim/Teck:

Tomas Seyler und Heike Ernst bestätigten in Kirchheim unter Teck ihre Meistertitel

Erstmals richtete das Baden-Württembergische Städtchen Kirchheim unter Teck am 17./18. April 2004 ein DDV-RLT aus - und das ganz ausgezeichnet. Am Samstag liefen die Deutschen Einzelmeisterschaften, wo Tomas Seyler seinen Vorjahrestitel mit einem Finalsieg gegen Jörg Goga bestätigte. Auch Heike Ernst konnte erneut den Titel gewinnen, als sie im Endspiel gegen Bianka Strauch siegte. Neue Jugendmeister wurden am Sonntag Kevin Münch vor Patrick Kloh und Vanessa Scheja vor Carolin Gratz. Ebenfalls sonntags fanden die Deutschen Meisterschaften im Two-Person-Team statt. Auch hier gab es mit dem Sieg von Tomas Seyler und Andree Welge gegen Frank Mast und Marcus Schulte eine erfolgreiche Titelverteidigung. Bei den Damen holten sich Heike Ernst und Bianka Strauch die Krone gegen Trixi Kröckel und Kerstin Niederau zurück.

In Kirchheim unter Teck wurden die Deutschen Einzelmeisterschaften an 24 Boards gespielt

Recht erfreuliche Teilnehmerzahlen zu vermelden
Die Meldezahlen übertrafen die Erwartungen des Ausrichters sogar noch ein wenig, hatte man doch am Samstag mit 227 Herren und 78 Damen eine Steigerung von 12,1% gegenüber der letzten Einzel-DM in Neuthart zu verzeichnen.
Nachdem am Freitagabend Andy Kröckel das mit 68 Teilnehmern ganz ausgezeichnet besuchte Vorabendturnier im Finale gegen Jyhan Artut gewonnen hatte, ging es am Samstagmorgen um 10:00 Uhr mit der Einzel-DM richtig los.
Bei den Herren gab es so wenige Favoritenstürze wie selten. Ganz früh erwischte es allerdings DDV-Nr. 6 Jyhan Artut, der sich bereits im allerersten Spiel gegen einen blendend aufgelegten Andreas Zum Felde (Hamburg) geschlagen geben mußte.
Da im Gegensatz zu den zuletzt gespielten drei deutschen WDF/DDV-RLTs nun wieder Doppel-KO gespielt wurde, bekam Jyhan in der Loserrunde seine zweite Chance. Er spielte sich dort bis ins Loser-Vorfinale, wo der Hannoveraner dann allerdings gegen Sascha Goldammer aus Kaiserslautern unterlag und damit endgültig draußen war.
Der an 10 gesetzte Johann Honner mußte sich im Halbfinale der Gewinnerrunde gegen den noch wenig bekannten Lutz Caesar aus Bad Waldsee (der am Ende sogar Platz 9 belegte!) geschlagen geben. In der Loserrunde unterlag Johann dann schon bald gegen Martin Seelig (Stuttgart), und auch für den beim Bundesligateam von PSV Hannover spielenden Crack war das Turnier aus.
Es standen am Ende 14 der 16 gesetzten Spieler in den 16 Boardfinals, wo die Sieger der Gewinnerrunden gegen die Sieger der Loserrunden antraten. Erstmals in der Setzliste hatte NWDV-Einzelmeister Haci Halim Senses gestanden. Haci verlor dann allerdings sein Boardfinale 2:3 gegen Martin Degel (München), der ihn bereits vorher mit 3:0 in die Loserrunde geschickt hatte. Ähnlich erging es Michael Nett, der im Siegerfinale 1:3 gegen Jürgen Pistl aus Bayern unterlegen war und nun das Boardfinale gegen den gleichen Spieler 0:3 abgab.
Auch der BWDVler Marko Puls war erst-mals gesetzt und verlor im Boardfinale gegen Christian Baum-gartner (Eching) mit 2:3. Bereits im 2. Spiel der Gewinnerrunde war Christian zuvor gegen Marko erfolgreich gewesen.
Andy Kröckel hatte das Gewinnerfinale der Gruppe 3 gegen den bayerischen US-Boy James Martin 0:3 verloren. Im Gruppenfinale gewann Andy dann das erste Match (erneut gegen James) mit 3:2 und führte im zweiten 2:0 - doch nach einigen vergebenen Matchdarts sicherte sich der ungemein konstant spielende und sicher checkende James dann doch noch den 3:2 Sieg.
Besser erging es Andys Bochumer Vereinskameraden Stephan Schneider, den eine 0:3 Niederlage im Siegerfinale gegen Friedel Kropp aus Hanau in die Loserrunde gestoßen hatte. Im Boardfinale gewann Stephan dann mit 3:1 und 3:0 gegen Friedel und war damit der einzige Spieler überhaupt, der das Achtelfinale durch die Loserrunde erreichen konnte.
Vier Loserrundensieger gewannen zwar das erste Spiel im Gruppenfinale, mußten sich dann aber im zweiten doch noch geschlagen geben. Das waren: Ingo Vogt gegen Colin Rice 3:0 und 0:3, Andy Wright gegen Lutz Caeser 3:0 und 1:3, Wolfgang Piegsa gegen Ritchie Buskohl 3:1 und 1:3 sowie auch Michael Mehrer gegen Carsten Hoffmann 3:2 und 0:3.

Colin Rice und Marcel Schmidt belegten jeweils Platz 3 bei der Einzel-DM der Herren

Jörg Goga bestätigt seine Bundesligaform mit Platz 2
Unter den letzten 16 standen noch 10 gesetzte Spieler und 6 von ihnen sollten weiterkommen. Schluß war hier für zwei der bekanntesten BWDV-Spieler. Frank Mast unterlag 1:3 gegen Andreas zum Felde und Marcus Schulte unterlag im Duell zweier Gesetzter 0:3 gegen Colin Rice.
Im Bochumer Vereinsduell siegte Carsten Hoffmann 3:1 gegen Stephan Schneider. Der Berliner Jörg Goga ist zur Zeit erfolgreichster Einzelspieler der Bundesliga-Nord und wies auch bei seinem 3:2 Erfolg gegen DDV-Nr. 3 Andree Welge seine Klasse nach. Im bayerischen Duell gewann James Martin 3:0 gegen Jürgen Pistl. Die übrigen 3 Spiele fielen jeweils an den Gesetzten.
Im Viertelfinale schieden dann die letzten beiden ungesetzten Spieler aus, die beide einen bemerkenswert starken Eindruck hinterließen. James Martin aus Bamberg belegte nach einer Niederlage mit zweimal 0:2 gegen DDV-Nr. 1Tomas Seyler einen ausgezeichneten 5. Platz. - Andy zum Felde konnte gegen Marcel Celli Schmidt lediglich ein Leg gewinnen, bevor er sich über einen starken 5. Platz freuen konnte.
In den beiden Duellen gesetzter Spieler setzte sich zum Einen Colin Rice 2:0 und 2:1 gegen Ritchie Buskohl durch. Zum Anderen gewann Jörg Goga zweimal 2:1 gegen Carsten Hoffmann.
DDV-Nr. 1 Tomas Seyler gewann sein Halbfinale gegen den an 4 gesetzten Marcel Schmidt anschließend mit zweimal 2:1. Jörg Goga schaffte ebenfalls mit einem zweifachen 2:1 gegen Altmeister Colin Rice den Sprung in sein erstes Einzelfinale eines Ranglistenturniers des DDV.
Am frühen Samstagabend rief Caller Sven Oliver Beute, der seine Sache ausgezeichnet machte, zum Finale. Jörg Goga ging 1:0 in Führung, welche der favorisierte Tomas Seyler in den anschließenden beiden Legs zum 2:1 Setgewinn für sich selbst umwandelte. Auch im 2. Set ging Jörg wieder 1:0 in Führung. Doch wieder konnte Shorty das Set zum 2:1 für sich selbst umdrehen.
Set 3 sicherte sich dann Jörg mit 2:0. Die 1:0 Führung von Jörg im 4. Set bedeutete, daß der Berliner in allen 4 gespielten Sets das erste Leg gewonnen hatte. Denn es war der letzte Durchgang, weil Shorty zum 3. Mal einen 0:1 Rückstand in einen 2:1 Setgewinn ummünzte. Diesmal in 20 und 15 Pfeilen zum 2:1, 2:1, 0:2 und 2:1 Matchgewinn.
Die Averages lagen bei 27.90 für Tomas (incl. zwei 180er) und bei 25.75 für Jörg. Für Jörg war es das erste DDV-Einzelfinale gewesen und es sprang gleich der erste Deutsche Vizemeistertitel heraus. Shorty ist nach diesem Titelgewinn der einzige Spieler bei den Herren, der dreimal Deutscher Einzelmeister war, einmal war er zudem Vizemeister gewesen.

Jörg Goga holte den Vizetitel hinter dem alten und neuen Einzelmeister Tomas Seyler

Erneut Damenfinale zwischen Heike Ernst und Bianka Strauch
Hatten bei den Herren nur 3 Spieler aus den DDV-Top-20 nicht gemeldet gehabt, so fehlte aus den Damen-Top-10 sogar nur Marion Pichol. - Es war kaum zu glauben, aber es schied auch nur eine einzige der 8 Gesetzten in ihrer Gruppe aus.
Es war DDV-Nr. 3 Kerstin Niederau, die in der achten von acht Gruppen im Halbfinale der Gewinnerrunde gegen Sonja Haller aus dem bayerischen Vilsbiburg unterlag. Gleich in Runde 1 hatte Kerstin gegen die starke Bremerin Carola Müller gewonnen und auf die traf sie nun im Halbfinale der Verliererrunde erneut. Nun war es Carola die siegte, was das endgültige Aus für Kerstin war.
Auch für die zwar noch ungesetzte aber zuletzt sehr erfolgreiche Nicole Männel kam das Aus früh. Die DDV-Nr. 10 unterlag in Runde 2 gegen Sandra Tierp aus Bremen und dann im Loser-Vorfinale gleich noch einmal gegen die gleiche Spielerin.
Geradezu gespenstisch verliefen die im Turniertableau oberen 5 der 8 Achtelfinals der Gewinnerinnen der Siegerrunden gegen die Gewinnerinnen der Loserrunden. Es setzte sich jeweils die aus der Siegerrunde kommende Spielerin mit einem glatten 3:0 durch!
Einzig Mädchen-Nr. 1 Nicole Osthues gelang es als ungesetzter Spielerin eine Gesetzte aus dem Rennen zu werfen. Mit 3:2 gewann sie gegen DDV-Nr. 7 Anne Willkomm. Im einzigen Achtelfinale zweier Non-Seeds setzte sich Ex-DDV-Nr. 1 Andrea Leipold 3:2 gegen Andrea Beushausen durch.
Heike Ernst gewann im anschließenden Viertelfinale das Duell zweier Gesetzter gegen Astrid Kamm mit 3:1. Noch knapper war es bei den DDV-Nummern 4 und 5, wobei sich Trixi Kröckel schließlich mit 2:3 gegen Gabi Vollbrecht beugen mußte.
DDV-Nr. 2 Bianka Strauch gewann mit 3:0 gegen Mädchen-Nr. 1 Nicole Osthues, die auch in der Damenrangliste bereits auf Platz 18 steht. Ex-Mädchen-Nr. 1 Sabrina Spörle wies mit ihrem 3:1 Sieg gegen Andrea Leipold nach, daß sie zu Recht auf Platz 6 der DDV-Damenrangliste steht.
Das Halbfinale zwischen Bianka Strauch und Sabrina Spörle war ziemlich schnell zu Ende und ging mit zweimal 2:0 an Bianka. Enger war es zwischen DDV-Nr. 1 Heike Ernst und Gabi Vollbrecht. Die Berliner Nr. 1 wies auch in Kirchheim ihre Klasse nach und gewann den 1. Set mit 2:1. Doch Heike konterte mit einem 2:1 gewonnenen 2. Set und konnte sich schließlich mit einem 2:0 in Set 3 ins Finale spielen.
Den 1. Set im Finale gewann Heike Ernst wenig später mit 2:0 gegen Bianka Strauch. Zwei 20-Darter brachten dann Bianka das 2. Set mit 2:1, Heike hatte zwischenzeitlich in 26 Darts ausgeglichen.
In Set 3 fiel dann die Entscheidung. Bianka stand bei 90 bzw. 68 Rest, als Heike in 26 bzw. 22 Darts zum 2:0, 1:2 und 2:0 Titelgewinn checkte (Averages: Ernst 19.74 - Strauch 19.75) . Es war bereits Heikes neunter Einzeltitel bei 13 Finalteilnahmen! Bianka stand sechsmal im Endspiel und konnte es zweimal gewinnen.

Heike Ernst wurde Einzelmeisterin vor Bianka Strauch,
zusammen holten sie auch den Two-Person-Titel

Kevin Münch bricht den Meisterschafts-Bann
Am Sonntag gingen im Jugendeinzel, das ebenfalls Deutsche Meisterschaft war, 17 Jungen und genau so viele Mädchen an den Start. Es wurde jeweils Doppel-KO gespielt und bei den Jungen erwischte es diesmal die Marler Klimek-Zwillinge recht früh.
Der an 4 gesetzte Danny verlor gleich sein erstes Spiel 1:3 gegen Christian Küchler aus Hessen und schied mit einer 0:2 Niederlage im Halbfinale der Loser-Seite gegen Sven Flück (Neunkirchen) endgültig aus. Bruder Christopher Klimek verlor sein 2. Spiel der Gewinnerrunde 1:3 gegen Patrick Kloh (Sandhausen) und dann auch das Loserfinale 1:2 gegen den gleichen Spieler.
Die Jungen-Nr. 1 Kevin Münch stand erstaunlicherweise noch nie in einem Finale um die Einzel-DM der männlichen Jugend. Doch diesmal konnte der noch nicht ganz 16-jährige Bochumer den auf ihm liegenden Bann brechen. Nach teilweise hart erkämpften Siegen in der Gewinnerrunde gegen Matheus Ziolkowski (3:2), Sven Flück (3:0) und Christian Küchler (3:2) hieß sein Gegner im Gruppenfinale, das gleichzeitig Turnierhalbfinale war, nochmals Sven Flück. Zwar unterlag Kevin im ersten Match 0:3, konnte das notwendig gewordene zweite aber mit 3:2 gewinnen. Erstmals stand Kevin im Einzel-DM-Finale!
In der anderen Gruppe hatte der Steven Krause mit Siegen gegen seinen Mitberliner Benjamin Grolewski (3:0), Jan Girbig (3:0) und Patrick Kloh (3:1) auf direktem Weg das Gruppenfinale erreicht. Hier traf Steven erneut auf Patrick Kloh und auch hier waren zwei Spiele notwendig um den zweiten Finalisten zu ermitteln. Patrick Kloh gewann diese hauchdünn mit zweimal 3:2.
Es war ein ansprechendes und sehr spannendes Endspiel, das Kevin und Patrick den Zuschauern boten. Im ersten Set ging Patrick mit 1:0 in Führung, doch Kevin holte das Set mit den beiden anschließenden Legs. Set 2 sicherte sich Patrick mit 2:0, wobei Kevin einige Checkdarts nicht nutzte.
Die Entscheidung im 3. Set fiel sehr knapp aus, obwohl er zu Null an Kevin ging. Patrick hatte dabei nämlich lediglich 32 bzw. 14 Punkte Rest. Kevins Freude über seinen ersten Einzelmeistertitel war natürlich groß, und Patrick war ein ebenbürtiger Gegner gewesen. Die Averages lagen bei 23.37 für Kevin und bei 22.57 für Patrick.

Kevin Münch wurde erstmals Deutscher Jugendmeister, Patrick Kloh wurde Zweiter

Vanessa Scheja gleich im 1. Anlauf Meisterin
Bei den Mädchen bestand für Nicole Osthues die Chance zum 4. Mal in Folge das Finale zu erreichen - das hat zuvor noch keine geschafft. Die Mädchen-Nr. 1 marschierte auch zu Null ins Finale der Siegerrunde in Gruppe 1.
Dort jedoch unterlag Nicole mit 2:3 gegen Vanessa Scheja, die inzwischen zum zweiten hellen Stern neben Nadine Meyenburg am Berliner Darthimmel geworden ist. Mit einem 0:2 im Loserfinale gegen Vanessa Schehrer schied Nicole dann endgültig aus.
Es bleibt also bei zwei DM-Titeln und einem Vizetitel für Nicole Osthues, was allerdings auch schon Rekord ist. Vanessa Scheja gewann dann auch das Gruppenfinale gegen Vanessa Schehrer aus Kaiserslautern mit 3:0 und stand damit im Turnierfinale.
In der anderen Gruppe unterlag Mädchen-Nr. 2 Nadine Meyenburg im Finale der Gewinnerrunde 0:3 gegen Jessica Schehrer (Kaiserslautern) und gleich danach im Loserfinale 1:2 gegen Carolin Gratz aus Kempten. Carolin schaffte dann im Gruppenfinale mit 3:2 und 3:1 den zweifachen Sieg gegen Vanessa Schehrer und war damit im Endspiel.
Es wurde eines der besten Mädchenfinals die seit 1995 gespielt wurden, was um so verwunderlicher ist, da es für beide ihr erstes DDV-Finale war! Vanessa Scheja gewann das erste Leg klar in 23 Darts, doch Carolin Gratz konnte mit einem 30-Darter ausgleichen.
In 27 und 26 Darts sicherte sich Vanessa dann den Meistertitel, wobei Carolin beide Male ebenfalls auf Check war. Kein Wunder, daß es bei dieser flotten Partie ausgezeichnete Averages von 19.40(!!) für Vanessa und von 16.92(!) für Carolin gab - die Zuschauer waren begeistert!

Mädchenmeisterin wurde Vanessa Scheja vor Carolin Gratz, beide standen erstmals im Finale

Titel im Damendoppel zum 7. Mal für Ernst/Strauch
Die 64 bzw. 26 Teams, die an der Two-Person-DM der Herren bzw. Damen teilnahmen, bedeuteten einen Zuwachs von 13,9% gegenüber dem Vorjahr. Hier wurde im Gegensatz zu den Einzeln nur Einfach-KO gespielt. Erst ab der kommenden Saison wird auch sonntags Doppel-KO gespielt.
Sechsmal in Folge hatten Heike Ernst und Bianka Strauch diesen Titel gewonnen, bevor sie im Vorjahr sensationell von Sabrina Spörle und Nicole Hornig abgelöst wurden. Gleich zum Auftakt hatten Ernst/Strauch ein schweres Match gegen Andrea Leipold und Iris Wagner aus Bayern zu überstehen, spielten sich danach aber ohne große Probleme ins Halbfinale. Spörle/Hornig hingegen unterlagen gleich im ersten Match gegen Bayerns Sonja Haller und Anke Kirchermeier - sie würden ihren Titel also nicht verteidigen.
Haller/Kirchermeier unterlagen später im Halbfinale mit 2:3 und 0:3 gegen Ernst/Strauch, die damit im Finale standen. Auch in der unteren Tableauhälfte setzten sich die Favoritinnen durch, so daß es im Halbfinale zum Aufeinandertreffen von Kröckel/Niederau und Kamm/Vollbrecht kam.
In den Jahren 2000 und 2001 hatten Kamm/Vollbrecht jeweils das Finale erreicht, doch diesmal scheiterten sie hauchdünn mit zweimal 2:3 an Kröckel/Niederau. Bereits zweimal war Kerstin Niederau in den Jahren 1996 und 1998 TPT-Vizemeisterin, Trixi Kröckel stand erstmals im Finale.
Im ersten Set dominierten Ernst/Strauch klar. Heike Ernst gewann das 1. Leg zunächst knapp gegen Trixi Kröckel, die eher auf Doppel gewesen war. Leg 2 sicherte sich dann Bianka Strauch klar gegen Kerstin Niederau. Im Doppel siegten Ernst/Strauch in 17 Pfeilen und führten so 1-0 nach Sets.
Im 2. Set siegte Heike gegen Kerstin und Bianca gegen Trixi. Das Doppel ging diesmal mit einem schönen 16-Darter an Kerstin und Trixi, die damit das Set auf 1:2 verkürzten. Es war schließlich Bianka, die mit einem 25-Darter gegen Kerstin den 3:0 und 3:1 Titelgewinn für Heike und Bianka sicherstellte. Die Averages lagen bei 19.78 für Bianka, 19.65 für Heike (incl. zwei 180er) und 24.66 für ihr Doppel - sowie bei 19.48 für Kerstin, 15.23 für Trixi und 25.06 für ihr Doppel. - Heike und Bianka hatten einen Gesamtaverage von 20.79, bei Trixi und Kerstin lag er bei 19.08. Heike hält übrigens einen einsamen Rekord: Sie stand in allen 12 der bislang ausgespielten Two-Person-DMs und gewann 10 davon - allein 7 mit Bianka Strauch.

Vizemeisterinnen im Two-Person-Team wurden Trixi Kröckel
und Kerstin Niederau (hinter Ernst/Strauch)

Seyler/Welge sind die Macht im Two-Person-Team
Bei den Herren gab es im Two-Person-Team einige frühe Überraschungen. So siegten gleich in Runde 1 Giorni/Remmler (Mülheim) gegen Goga/Pohl (Berlin), Bober/Buchal (Bremen) warfen Artut/Senses (Hannover/M´gladbach) aus dem Rennen und Kröckel/Rice (Bochum) unterlagen gegen Baumgartner/Brandner aus Bayern.
In Runde 2 gab es eine weitere Überraschung: Honner/Lechtken (Hannover/R´hausen) mußten sich 2:3 gegen Derichs/Holst (Eutin) geschlagen geben. Im Achtelfinale war die Niederlage der Neu-Isenburger Buskohl/Bügler gegen Martin Frensch und Michael Lemmes aus Dortmund fast schon eine kleine Sensation.
Unter den letzten Acht setzten sich ausnahmslos die Favoriten durch, und im Halbfinale standen danach 4 Teams, denen allesamt der Titelgewinn zuzutrauen war. Beide Spiele gingen dennoch überraschend klar aus. Seyler/Welge gewannen 3:1 und 3:0 gegen Hoffmann/Nett und Mast/Schulte sogar mit zweimal 3:0 gegen Schmidt/Schneider.
Das Finale zwischen den dreifachen Meistern Seyler/Welge und den Vizemeistern vom Jahr 1994 Mast/Schulte brachte eine Menge Spannung. Tomas Seyler gewann das allererste Leg gegen Frank Mast, der schon auf Tops stand. Andree Welge erhöhte die Bremer Führung gegen Marcus Schulte auf 2:0. Das Doppel ging dann an Frank und Marcus. Es war schließlich Andree Welge, dessen 18-Darter gegen Frank Mast den 1. Set mit 3:1 einfuhr.
Mit einem 15-Darter gegen Frank brachte Andree die Bremer im 2. Set 1:0 in Führung. Marcus reichten dann 25 Pfeile gegen Tomas zum 1:1 Legausgleich. Das Doppel gewannen diesmal die Bremer mit einem 21-Darter. Doch Marcus glich für die BWDV-ler mit einem 15-Darter gegen Andree Welge erneut aus.
Beinahe tragisch verlief das 5. Leg. Frank Mast spielte zwei 180er, und stand nach 9 Darts auf 41 Rest. Doch die bekam er mit den nächsten 6 Pfeilen nicht zu. Da auch Gegner Tomas nicht faul - und zudem Vorleger - war, zog er den Set zum 18-Darter zu, was zugleich den Bremer Titelgewinn bedeutete.
Die Averages des Finales lagen bei 28.67 für Andree, 24.61 für Tomas und 21.65 für ihr Doppel sowie 27.50 für Frank, 23.90 für Marcus und 20.82 für ihr Doppel. Mit ihrem erneuten Titelgewinn waren Seyler/Welge in den letzten 5 Jahren viermal Two-Person-Meister - ein sagenhafter Rekord!
Abschließend muß man dem Kirchheimer Ausrichter ein großes Kompliment zollen. Es wurde im Vorfeld, während und nach dem Turnier alles getan um den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen! Zudem bot der Ort Kirchheim unter Teck auch am Abend jede Menge schöne Ausgehmöglichkeiten!

Tomas Seyler und Andree Welge gewannen ihre 4. Two-Person-DM in den letzten 5 Jahren

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

20./21. März 2004 WDF German Open in Herne

Gary Anderson und Francisca Hoenselaar sind die neuen German-Open-Champions

Vom 19. bis 21. März 2004 fand in den Herner Flottmannhallen die 16. WDF German Open statt. Den Sieg im Herreneinzel erspielte sich am Samstag der Schotte Gary Anderson. Im vielleicht besten German-Open-Finale überhaupt bislang siegte er gegen Tony O´Shea aus England. Im am Nachmittag des gleichen Tages stattfindenden Damendoppel setzten sich Howat/Smith (England) gegen Ekberg/Lee (Schweden/England) durch. Am Sonntag gewann Francisca Hoenselaar (Holland) das dramatische Endspiel im Dameneinzel gegen Trina Gulliver (England). Den Titel im Herrendoppel sicherten sich Eccles/Greatbatch (England) vor Anderson/Robson (Schottland/England). Die Sieger bei der Jugend kamen mit Johnny Nijs und Denise Keyzer jeweils aus Holland. Bereits am Freitagabend hatten Haaß/Nölle das Warm-Up-Doppel gewinnen können.

Trina Gulliver auf der German-Open-Bühne beim Wurf im Damenfinale gegen Francisca Hoenselaar

Deutscher Sieg zum Auftakt beim Warm-Up
Erfreulicherweise waren die Teilnehmerzahlen in allen 6 offiziellen Wettbewerben gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Lediglich zum traditionellen Warm-Up-Doppel waren diesmal mit 128 Paaren etwas weniger am Start als beim letzten Mal, was sicher auch am regnerischen Wetter lag.
Mit Miklas/Tous gelang es auch zwei Tschechen, das Achtelfinale zu erreichen, wo man dann aber knapp 2:3 gegen Verhoeven/van Teeffelen (Holland) unterlag. Die Deutschen Haaß/Nölle warfen hier den österreichischen Mitfavoriten des Abends, Mensur Suljovic, aus dem Rennen, der mit Jose Rodriguez zusammenspielte.
Zwei Superergebnisse aus deutscher Sicht gab es dann im Viertelfinale, als sich die Bremer Seyler/Welge 3:0 gegen die starken Engländer Eccles/Martin durchsetzten und auch Haaß/Nölle einen 3:1 Sieg gegen Brooks/McNally von der Insel hinlegten.
Mit einem klaren 3:0 gegen Verhoeven/van Teeffelen zogen Seyler/Welge dann ins Endspiel ein. Etwas mehr Mühe hatten da schon Haaß/Nölle beim doch recht knappen 3:2 Erfolg gegen Biesemans/Paap aus Belgien.
Damit kam es zum ersten rein deutschen Finale beim Warm-Up-Doppel überhaupt. Dort setzten sich zu später Stunde dann die Westdeutschen Rainer Haaß und Michael Nölle mit 3:2 gegen die leicht favorisierten Tomas Seyler und Andree Welge durch.

Rainer Haaß aus Recklinghausen und Michael Nölle aus
Bochum gewannen das Warm-Up-Doppel am Freitag

Gary Anderson war der überragende Spieler des Turniers
Zwar betrug der Teilnehmerzuwachs im Herreneinzel, bei dem am Samstagmorgen 1184 Spieler an 64 Boards ans Oche traten, nur knapp 1% - aber das ist heutzutage ein durchaus erfreulicher Wert. Gleich in den frühen Runden gab es im einmal mehr ausgesprochen hochklassig besetzten Feld eine ganze Reihe Favoritenstürze.
Von den internationalen Cracks mußte sich als erster Matchstick Co Stompe mit einer 2:3 Niederlage gegen die DDV-Jugend-Nr. 1 Kevin Münch geschlagen geben. Nicht viel besser erging es dem Captain des englischen Nationalteams. In Runde 3 unterlag Martin Adams gegen Hollands Dick van Dijk.
Bis ins Boardhalbfinale hatte sich DDV-Nr. 1 Tomas Seyler gespielt, unterlag aber hier mit 2:3 gegen die Nr. 18 Alexander Köhler. Jyhan Artut verlor hier gegen den Norweger Robert Wagner. Dortmund-Open-Sieger Marcus Schulte mußte sich im anschließenden Boardfinale 2:3 gegen den Belgier Sven Pittors geschlagen geben.
Bei den ausländischen Top-Cracks war im Boardhalbfinale Bob Taylor (Schottland) gegen Heinfried Hepe (Essen) ausgeschieden. Im Boardfinale unterlagen Brian Derbyshire gegen Tony Eccles, Robert Wagner gegen Bart Peeters (Belgien), Dave Routledge gegen Tony O´Shea und Shaun Greatbatch gegen Jerry Hendriks.
Der Vorjahreszweite Andre Brantjes (Holland) verpaßte den Einzug unter die letzten 32 mit einer 0:3 Niederlage gegen Walter Tschudin (Schweiz). Auch Andy Kröckel mußte unter den Letzten 64 ein 2:3 gegen Tony Martin (England) hinnehmen.
Vier DDV-Spieler standen dann noch unter den Letzten 32, wobei sich DDV-Nr. Colin Rice mit 0:3 gegen den Dutch-Open-Finalisten Gary Robson verabschiedete. Auch Rainer Haaß, der ein Klasseturnier hinter sich hatte, mußte sich mit 0:3 gegen einen wahnsinnig gut spielenden Gary Anderson geschlagen geben.
Mehr Glück hatte da Maik Langendorf aus Hameln, dem ein 3:1 gegen John Snijers aus Belgien gelang.
Auch Andree Welge schaffte mit einem 3:2 gegen Walti Tschudin den Sprung ins Achtelfinale. Mensur Suljovic gelang es den amtierenden Winmau-Sieger Tony West mit 3:2 aus dem Rennen werfen!
Hollands Jugendlicher Jerry Hendriks warf im Achtelfinale Gary Robson mit 3:1 aus dem Rennen. Auch der Sieger der letzten zwei Jahre, Ted Hankey, mußte sich nun mit 2:3 gegen seinen englischen Landsmann James Wade verabschieden.
Mit Mervyn King, der 1:3 gegen Vincent van der Voort unterlag, schied hier ein weiterer Top-Favorit aus. Auch John Boy Walton war nach einer vielumjubelten 2:3 Niederlage gegen Andree Welge draußen. Nur knapp verpaßte Maik Langendorf das Viertelfinale, als er 2:3 gegen den Marko Kantele (Finnland) unterlag. Andree Welge war damit der erste Deutsche seit vielen Jahren, der wieder die Runde der letzten Acht erreicht hatte.
Pech für Andree, daß er auf Gary Anderson traf, denn der spielte weiterhin auf genialem Niveau und bezwang den ebenfalls starken Deutschen mit 2:0 und 2:1. Auch für den jungen Jerry Hendriks war hier mit 0:2 und 1:2 gegen seinen Mit-Holländer Vincent van der Voort Schluß. James Wade wurde von Tony O´Shea mit zweimal 2:0 vom Board geschossen und nur Marko Kantele benötigte beim 2:0, 0:2 und 2:0 gegen den jungen Dänen Dennis Lindskjold alle 3 Sets.
Spieler aus 6 verschiedenen Nationen hatten unter den letzten Acht gestanden und nun trafen im Halbfinale Cracks aus 4 unterschiedlichen Staaten aufeinander! Ein Klassematch sah man zwischen Tony O´Shea und Marko Kantele. Tony holte Set 1 mit 2:1.
Set 2 gewann dann Marko mit 2:1. Im 3. Set ging dann der Finne 1:0 in Führung, aber den Sieg schnappte ihm doch noch Tony O´Shea mit nachfolgenden 18 und 17 Pfeilen weg, ohne daß Marko Kantele auf Doppel kam. Die starken Averages lagen bei 28.48 für O´Shea (zwei 180er) und bei 28.36 für Kantele (eine 180).
Das 2. Halbfinale war sogar noch besser! Vincent van der Voort gewann Leg 1 mit einem 116er-Finish zum 15-Darter, Gary Anderson das zweite in sensationellen 11 Pfeilen! Gary setzte noch eins drauf und sicherte sich Set 1 mit 170er-Check zum 18-Darter.
Van der Voort konterte Anfang des 2. Sets mit einem 140er-Finish zum 1:0. Doch was für ein Match - Anderson glich mit einem 121er-Finish zum 12 Darter aus!! Im 3. Leg stand Vincent auf 90 Rest, als Gary mit 20 Darts zum 2:1 und 2:1 Sieg dichtmachte. Die Super-Averages lagen bei 33.05 für Anderson (zwei 180er) und 28.33 für Van der Voort (ein 180er)!
Mit einem 15-Darter ging Tony O´Shea in Führung, doch Gary Anderson glich in 14 Pfeilen aus. Ein 17-Darter brachte Gary dann Set 1. Auch in Set 2 ging Tony in Führung, diesmal mit 16 Pfeilen. Nur sagenhafte 11 Darts benötigte Gary zum Ausgleich. Mit dem anschließenden 14-Darter hatte Gary dann auch Set 2 mit 2:1 gewonnen.
Ein 15-Darter bedeutete Garys Führung im 3. Set. Als Tony dann darauf wartete im 2. Leg auf Doppel-16 zu werfen, zog ihm Gary Leg, Set und Match mit einem 160er-Finish zum erneuten 15-Darter zu. Die zahlreichen Zuschauer bedachten die Galavorstellung beider Spieler mit Standing Ovati-ons. Anderson (zwei 180er) hatte einen Average von 33.22 gespielt, O´Shea (zwei 180er) als Verlierer noch superstarke 29.68!

Gary Anderson siegte im Finale des Herreneinzels gegen Tony O´Shea

Howat/Smith holten überraschend Doppeltitel
Am späten Nachmittag begann das Damendoppel, wo 115 Paare an 32 Boards starteten. Das war ein satter Zuwachs von 21% gegenüber dem Vorjahr. Überraschungen blieben in den 8 Gruppen allerdings fast völlig aus.
Erwähnenswert ist jedoch der Erstrundensieg der Berliner Jugendlichen Meyenburg/Scheja gegen Ludwig-Werner/Peiks. Der Knaller war natürlich die 2:3 Niederlage der Deutschen Top-Ladies Ernst/Strauch im Boardhalbfinale gegen die Fiedler-Schwestern.
Im Gruppenfinale gewannen die Bremerinnen dann auch noch 3:2 gegen Dixon/Hunt (England). Mit Kröckel/Niederau unterlag hier auch das zweite deutsche Top-Doppel 1:3 gegen Bite/Dobromyslova (Lettland/Rußland).
Ein enges Ding war es im Viertelfinale zwischen Fiedler/Fiedler und Me-yenburg/Scheja - am Ende siegten die beiden Erstgenannten hauchdünn mit 3:2. Die Riesenüberraschung gab parallel in einem anderen Viertelfinale: Bereits dreimal hatten die WDF-Nummern 1 und 2 Trina Gulliver und Francisca Hoenselaar das Herner Doppel gewonnen, doch nun unterlagen sie mit 2:3 gegen Crissy Howat und Sally Smith aus England!
Crissy und Sally setzten sich dann im Halbfinale auch gegen Bite/Dobromyslowa mit 3:1 durch. Sie trafen im Finale auf die Schwedin Carina Ekberg und die Engländerin Barbara Lee, die ihr Halbfinale gegen Sandra und Yvonne Fiedler gewonnen hatten. Damit waren die beiden Bremerinnen beste Deutsche.
Ekberg/Lee gewannen das erste Leg im völlig ausgeglichenen Damendoppelfinale. Doch Howat/Smith drehten den Spieß um und sicherten sich die nächsten 3 Legs zum 3:1 Titelgewinn. Auch die Averages von 21.86 für Howat/Smith und 21.70 von Ekberg/Lee zeigen wie knapp es war.

Sally Smith und Crissy Howat aus England gewannen das Damendoppel

Johnny Nijs bei der männlichen Jugend ganz vorn
Die 131 Meldungen zum Einzel der männlichen Jugend bedeuteten einen absoluten Rekord und Zugleich einen Anstieg von über 22%. Der Großteil der Starter kam aus Holland, womit klar war, daß es für die deutschen Kids wie schon in Bremen und Dortmund sehr schwer werden würde.
Dennoch erreichten 4 aus der DDV-Jungen-Top-6 das Achtelfinale. Dort schied Danny Klimek im DDV-Vergleich mit 0:3 gegen Christian Küchler (Bruchköbel) aus und Patrick Kloh unterlag 0:3 gegen Johnny Nijs. Im Viertelfinale beendete Christian Küchler dann sein starkes Turnier mit 0:3 gegen den übermächtigen Jerry Hendriks und Steven Krause unterlag gegen Leroy Niewenhuis. Einzig Kevin Münch spielte sich mit einem 3:1 gegen Bert van Deuveren unter die Letzten Vier.
Kevin spielte dann auch ein starkes Halbfinale, mußte sich aber am Ende knapp mit 2:1, 0:2 und 1:2 geschlagen geben. Das andere Halbfinale gewann Johnny Nijs überraschend gegen seinen holländischen Landsmann Jerry Hendriks mit zweimal 2:1.
Im Finale gewann Leroy Niewenhuis das erste Leg. Die nächsten beiden gingen dann aber überlegen an Johnny Nijs zum Gewinn des 1. Sets. Auch im 2. Set ging Leroy mit 1:0 in Führung, doch Johnny erspielte sich mit den anschließenden zwei Leggewinnen den 2:1 und 2:1 Titelgewinn. Johnnys Average lag bei starken 25.75, Leroys (eine 180) bei 22.79.

Leroy Niewenhuis unterlag im rein holländischen Finale der männlichen Jugend gegen Johnny Nijs

Deutsche Mädchen diesmal nicht im Finale
Auch bei den 48 Mädchen, das waren fast 40% mehr als im Vorjahr, spielten eine Reihe starker Benelux-Mädchen mit. Bei den letzten Turnieren hatten sich die DDV-Mädels stets gegen die ausländische Konkurrenz durchsetzen können, aber diesmal sollte es anders kommen.
Gleich 10 Deutsche standen zwar unter den letzten 16, aber nur 2 von ihnen konnten hier ihr Spiel gewinnen - und zwar beide im direkten DDV-Vergleich. Die letzten beiden Deutschen trafen dann im Viertelfinale aufeinander und Mädchen-Nr. 1 Nicole Osthues gewann knapp mit 3:2.
Im Halbfinale geriet Nicole gegen Denise Keyzer (Holland) dann schnell in Rückstand und mußte das Spiel mit 1:3 abgeben. Das andere Halbfinale gewann Belgiens Jessie Hermans mit 3:2 gegen Hollands Sanne Schelvis.
Das von Klaus Wagner aus Bremen gecallte Endspiel begann mit einem klar gewonnenen 1. Leg der kleinen Belgierin Jessie Hermans. Danach waren beide Spielerinnen stets gleichauf, doch es war immer Denise Keyzer die checkte und so am Ende mit 3:1 den Titel holte. Jessie spielte mit 15.16 sogar den höheren Average als Denise mit 13.76.

Im Mädcheneinzel siegte Denise Keyzer aus Holland im Finale gegen Jessie Hermans aus Belgien

Francisca Hoenselaar holt fünften Einzeltitel
Genau wie die Jugend spielten auch die Damen am Sonntag, wobei 254 Ladies an den Start gingen, was einen Zuwachs von ziemlich genau 10% gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Beinahe alles was in Europa Rang und Namen hat war am wieder Start.
Gespielt wurde in 16 Gruppen und gleich im Auftaktspiel unterlag DDV-Nr. 6 Anne Willkomm gegen die Belgische Nationalspielerin Tanja Deprez. In Runde 2 mußte sich Englands Barbara Lee gegen Anja Silies (Neuenkirchen) geschlagen geben und die 3. Runde bedeutete das Aus für DDV-Nr. 2 Bianka Strauch, die 2:3 gegen Ex-Mädchen-Nr. 1 Michelle Sossong unterlag. Im Boardfinale verlor Gold-Cup-Finalistin Roelie Bakker 2:3 gegen ihre holländische Landsfrau Mieke de Boer.
Unter den Letzten 32 unterlag Vorjahresfinalistin Carina Ekberg 2:3 gegen die in Deutschland lebende Russin Irina Armstrong und Gold-Cup-Siegerin Sandra Pollet verlor mit 1:3 gegen Rachel Dixon (England). Trotz starker Gegenwehr mußte sich schließlich auch Astrid Kamm knapp mit 2:3 gegen Sally Smith (England) geschlagen geben.
Fünf DDVlerinnen standen im Achtelfinale. Allesamt hatten hochklassige Gegnerinnen und zwei schafften es ins Viertelfinale vorzudringen. Trixi Kröckel konnte einen 3:1 Erfolg gegen Crissy Howat feiern und Heike Ernst freute sich sehr über ihr 3:2 gegen Mieke de Boer.
Gegen Irina Armstrong stand Heike nach ihrem Klassespiel gegen Mieke de Boer dann einigermaßen neben sich und brachte kaum hohe Scores zu Stande. Sie unterlag mit 0:3, was durchaus vermeidbar war. Trixi Krockel schaffte zwei Boards weiter die Überraschung gegen WDF-Nr. 2 Francisca Hoenselaar nicht und mußte sich trotz ansprechenden Spiels 0:3 geschlagen geben.
Im Halbfinale gewann Irina Armstrong überraschend den 1. Set mit 2:0 gegen Francisca Hoenselaar. Doch Francis kam zurück und holte die nächsten beiden Sets ihrerseits mit zweimal 2:0 zum Matchgewinn. Das andere Halbfinale entschied Trina Gulliver mit 2:0 und 2:1 gegen die Russin Anastasia Dobromyslova für sich.
Das Finale war ausgesprochen spannend. Trina Gulliver gewann den 1. Set mit 2:0. Francis Hoenselaar holte Set 2 mit 2:0. Set 3 mußte entscheiden. Abwechselnd gewannen Francis und Trina bis zum 3:3 ihre Legs - das letzte Set muß ja mit 2 Legs Vorsprung gewonnen werden.
Die Legs 7 und 8 gingen dann zum 5:3 an Francis, die damit den Titel gewonnen hatte, obwohl fast das ganze Match über Trina näher am Sieg schien. Die Averages lagen bei 26.18 für Francis (eine 180) und bei 26.44 für Trina (zwei 180er). Für Francisca Hoenselaar war es bereits der fünfte Einzeltitel bei der German Open, sie verlor nur eins ihrer 6 Finals.

Hollands Francisca Hoenselaar gewann das Finale im Dameneinzel gegen Englands Trina Gulliver

Eccles und Greatbatch siegen im Herrendoppel
Auch das Herrendoppel war mit 366 Meldungen besser besetzt als im Vorjahr. Die Steigerung belief sich auf 3,5%. Gespielt wurde in 32 Gruppen, wobei es manchen Favoritensturz gab. Die Kölner Kahrau/Krüger glänzten in Runde 2 mit einem Erfolge gegen Hollands Nationalduo Essers/v.d. Voort.
Im Boardhalbfinale mußte Ted Hankey, der mit Co Stompe spielte, eine 2:3 Niederlage gegen Brantjes/Robbe (Holland) hinnehmen. Vortagsfinalist Tony O´Shea unterlag mit Dave Routledge im Boardfinale mit 2:3 gegen die Dänen beiden Christiansen/Svendsen.
Unter den Letzten 32 gelang Andy zum Felde und Tony Barlow ein sehenswerter Sieg mit 3:0 gegen das Weltklasseduo aus Jarkko Komula und Tony West. Im Achtelfinale schieden 3 der 5 verbliebenen DDV-Doppel, wie aus dem Turniertableau ersichtlich, aus. Den Sprung unter die letzten Acht schafften dagegen Barlow/zum Felde mit einem 3:1 gegen Dosche Sabbe (Belgien) und die Essener Bülten/Hepe mit 3:2 gegen Lindley/Parr (England).
Im Viertelfinale gewannen dann ausnahmslos die Favoriten von der Insel - und das allesamt recht deutlich. Barlow/zum Felde unterlagen dabei mit 0:3 gegen Eccles/Greatbatch und die Dortmund-Open-Finalisten Bülten/Hepe verloren mit 1:3 gegen Brooks/McNally.
Beide Halbfinals waren bereits nach 2 Sets beendet. Die Top-Favoriten Adams/King schieden mit 1:2 und 0:2 gegen Anderson/ Robson aus. Brooks/McNally verloren mit exakt dem gleichen Resultat gegen Eccles/Greatbatch.
Caller Martin Fitzmaurice rief dann zu einem völlig offenen Endspiel, das keinen echten Favoriten hatte. Das 1. Set gewannen Eccles/Greatbatch mit 2:0. In Set 2 waren es dann Anderson/Robson, die es 2:0 gewannen. Der dritte Durchgang mußte entschieden, ein Tie-Breaker war nicht vorgesehen.
Mit einem 15-Darter gingen Eccles/Greatbatch in Führung, die Anderson/Robson in 21 Pfeilen ausglichen. Im alles entscheidenden Leg standen Anderson/Robson auf 82 Rest als Eccles/Greatbatch 86 zum 18-Darter und damit zum Titelgewinn dichtmachten. Die Averages lagen bei 29.11 für Eccles/Greatbatch und bei 27.41 für Anderson/Robson. Beide Doppel erzielten je eine 180.

Tony Eccles und Shaun Greatbatch aus England gewannen den Titel im Herrendoppel

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

21./22. Februar 2004 WDF Dortmund Open

Sensationelles Comeback nach 11 Jahren für Marcus Schulte bei WDF Dortmund Open

Sensationell gewann Marcus Schulte vom Dart-Bundesligisten Taraxacuma Huttenheim am 21./22. Februar 2004 die WDF Dortmund Open. Bereits 11 Jahre zuvor hatte er hier gesiegt und wurde damals die DDV-Nr. 1, bevor er eine fast 10jährige Pause einlegte. Im Finale siegte Marcus gegen die aktuelle DDV-Nr. 1 Tomas Seyler. Bei den Damen holte sich Heike Ernst im Einzel den Sieg vor Susanne Schubert aus Mülheim. Am Sonntag verteidigte der Holländer Jerry Hendriks den Titel der männlichen Jugend vor Kevin Münch, und Viktoria Weber siegte bei den Mädchen vor Priscilla Groeneweg aus Holland. Das Herrendoppel gewannen zum 3. Mal in Folge die Belgier Erik Clarys und Tanguy Borra vor Jürgen Bülten und Heinfried Hepe aus Essen. Im Damendoppel holten Heike Ernst und Bianka Strauch den Titel vor Trixi Kröckel und Kerstin Niederau.

Marcus Schulte überraschte bei der WDF Dortmund Open alle und gewann das Herreneinzel

Marcus Schulte bezwingt im Herrenfinale DDV-Nr. 1 Tomas Seyler
In der Gesamtschule an der Schweizer Allee, die einmal mehr Spielort der WDF Dortmund Open war, trafen sich am Samstag 387 Herren und 116 Damen um die neuen Einzel-Champions auszuspielen. Von den DDV-Top-16 fehlte lediglich Vorjahressieger Thomas Wille, der kurzfristig nicht anreisen konnte. Sogar die Top-50 waren bis auf 5 Spieler komplett!
Wenig Mühe hatte der belgische Top-Favorit Erik Clarys sich unter die letzten 32 zu spielen, einen Monat zuvor hatte er ja bereits den WDF German Gold-Cup in Bremen gewonnen. Aus deutscher Sicht hatte es sofort in den frühen Runden einige hochkarätige Partien gegeben.
In Runde 2 schied DDV-Nr. 2 Colin Rice aus, als er sich mit 1:3 gegen Carsten Hoffmann (Iserlohn) geschlagen geben mußte. DDV-Nr. 3 Andree Welge traf im Boardhalbfinale auf Wiedereinsteiger Marcus Schulte, der vor über 10 Jahren einmal die DDV-Nr. 1 war und es nach langer Pause einmal wieder probieren wollte. In einer Klassepartie setzte sich Schulte mit 3:2 durch.
Danach ging es in die 32 Boardfinals, wo Andy Kröckel knapp mit 2:3 gegen den österreichischen Nationalspieler Franz Thaler unterlag. Carsten Hoffmann (der aus Bellheim/Bochum) spielte gegen Jörg Goga einen 12-Darter mit 161er-Finish zum 1:2, bevor Jörg das Spiel mit dem folgenden 13-Darter für sich entschied.
Neun Spieler aus den DDV-Top-16 standen unter den letzten 32, hinzu kamen favoritenmäßig einige starke Benelux-Spieler. Der Mönchengladbacher Holländer Wiel Schreurs führte 1:0 gegen DDV-Nr. 1 Tomas Seyler, dann unterlag der bei uns überaus beliebte Wiel aber noch 1:3. Belgiens Erik Clarys unterstrich seine Favoritenrolle mit einem 3:0 gegen Frankieboy Mast und Hollands Martin Stolenberg bezwang den starken Berliner Jörg Goga mit 3:2.
Im Achtelfinale war vielleicht der 3:1 Sieg des Jugendlichen Kevin Münch gegen DDV-Nr. 8 Johann Honner am bemerkenswertesten. Marcel Schmidt gewann mit 3:1 gegen Österreichs Franz Thaler und To-mas Seyler setzte sich knapp mit 3:2 gegen den immer stärker aufkommenden Haci Halim Senses aus Mönchengladbach durch. Marcus Schulte schoß sich mit einem 3:2 gegen Martin Stolenberg ins Viertelfinale, wo damit 6 Deutsche auf 2 Nicht-DDVler trafen.
Nur eines dieser Matches war bereits nach 2 Sets beendet, wobei sich Marcel Celli Schmidt mit 2:0 und 2:1 gegen Jyhan Artut durchsetzte. Kevin Münch konnte Set 1 gegen Shorty Seyler mit 2:1 gewinnen, war dann aber noch nicht ganz abgebrüht genug das Match nach Hause zu bringen.
Mit Jerry Hendriks konnte auch der andere Jugendliche im Viertelfinale Set 1 mit 2:1 gewinnen. Doch auch hier setzte sich die Erfahrung durch, als Rainer Haaß die nächsten beiden Sets jeweils mit 2:1 gewann und damit im Halbfinale stand. Dorthin wollte auch Markus Schulte, aber er hatte im Viertelfinale mit Erik Clarys die höchste Hürde erwischt! Markus gewann den 1. Set mit 2:1, der Belgier holte den zweiten mit 2:0. Im dritten Durchgang war es dann schließlich der Deutsche, der sich mit einem weiteren 2:1 ins Halbfinale checkte.
Damit stand zum ersten Mal bei der seit 1996 als WDF-Weltranglistenturnier ausgetragenen Dortmund Open kein einziger ausländischer Spieler im Halbfinale. Dort trafen nun Tomas Seyler und Marcel Schmidt aufeinander, wobei Marcel den 1. Set 2:0 für sich entscheiden konnte. Den 2. Set gewann dann Tomas ebenfalls zu Null und Durchgang 3 mußte entscheiden. Marcel verpaßte in Leg 1 einige wenige Checkdarts bevor Tomas zum dichtmachte. Mit dem anschließenden 18-Darter stellte Tomas seinen 0:2, 2:0 und 2:0 Sieg sicher.
Im anderen Halbfinale gewann Rainer Haaß den 1. Set mit 2:0 ohne das Marcus Schulte auch nur einmal auf Doppel werfen durfte. Ein 17-Darter brachte Rainer dann auch Leg 1 im 2. Set und im nächsten Leg hatte er dann 7 Matchdarts zum 2:0 und 2:0 Sieg, doch er checkte nicht. Marcus Schulte nutzte die Chance zu seinem ersten Leggewinn.
Nun kippte das schon für Rainer entschieden geglaubte Spiel doch noch! Markus spielte einen 17-Darter zum Setausgleich und gewann dann auch den entscheidenden 3. Set mit 2:0 zum Einzug ins Turnierendspiel.
Carsten Arlt callte das Finale, welches vor recht stattlicher Zuschauerkulisse stattfand. Nach seinen tollen Leistungen in den letzten Wochen und Monaten war DDV-Nr. 1 Tomas Seyler hier sicher favorisiert, jedoch war es Marcus Schulte, der das 1. Leg in 21 Darts gewann. Tomas holte dann Leg 2 in 19 Pfeilen. Ein weiterer 21-Darter brachte dann aber doch Marcus den 1. Set. In Set 2 spielte Tomas einen schönen 15-Darter zum 1:0, den Marcus mit einem 18-Darter (incl. 116er-Finish) ausglich, bevor es jedoch Tomas war, der Set 2 mit dem anschließenden 24-Darter gewann.
Vielleicht war das 1. Leg im 3. Set dann ja der Knackpunkt. Tomas verpaßte ca. 10 Darts auf Check und stand bei 3 Rest als Marcus zum 29-Darter zumachte. Mit dem folgenden 17-Darter holte sich Marcus das 3. Set und ging im vierten mit einem weiteren 17-Darter in Führung. Mit zwei 140ern startete Marcus dann ins nachste Leg, das er mit einem 64er-Finish zum 15-Darter und damit zum Titelgewinn dichtmachte! Die Averages lagen bei 24.66 für Marcus und bei 24.48 für Tomas. Mit seinem Titelgewinn machte Marcus in der DDV-Rangliste den sensationellen Sprung von Platz 213 auf Platz 22!

Marcus Schulte holte den Titel im Herreneinzel vor DDV-Nr. 1 Tomas Seyler

Heike Ernst gewinnt Dameneinzel vor Susanne Schubert
Auch die Damen spielten ihr Einzel am Samstag. Wie bei den Herren war auch hier die internationale Beteiligung nicht sehr groß, unter anderem fehlte Vorjahressiegerin Sandra Pollet. Es waren jedoch imposanterweise bis auf Heidi Peiks die DDV-Top-35 komplett am Start!
Gleich in Runde 1 mußten drei bekannte Namen die Segel streichen. Die auch als Boardschiedsrichterin eingespannte Marion Pichol unterlag gegen Hollands Marjo Doek und Berlins Nr. 1 Anne Willkomm verlor gegen Mädchen-Nr. 4 Viktoria Weber. Vorjahresfinalistin Lisa Huber (Schweiz) gelang nur wenig, und sie mußte sich gegen Iris Spiertz (Emsdetten) geschlagen geben.
Bis unter die letzten 16 spielte sich die erst 11-jährige Vanessa Schehrer (K´lautern). Im Achtelfinale unterlag sie dann mit 1:3 gegen Marjo Doek. Mit Viktoria Weber mußte sich hier eine weitere Jugendspielerin mit 0:3 gegen die Schweizer Nationalspielerin Sabine Beutler geschlagen geben.
Es gab in dieser Runde aber auch einige überraschende Ergebnisse. So konnte sich Susi Schubert aus Mülheim mit 3:1 gegen DDV-Nr. 2 Bianka Strauch durchsetzen. Mädchen-Nr. 1 Nicole Osthues tat es ihr nach und bezwang DDV-Nr. 4 Trixi Kröckel mit 3:2. Ex-Mädchen-Nr. 1 Sabrina Spörle schließlich schlug mit Gabi Vollbrecht die Nr. 6 der Damenrangliste und verbesserte sich damit dort jetzt selbst auf Platz 8!
Nicole Hartmann aus Bremen hatte sich in dieser Runde mit 3:0 gegen Nicole Männel durchsetzen können und traf danach im Viertelfinale auf Dortmund-Open-Rekordsiegerin Heike Ernst. Heike spielte extrem stark und ließ der Bremerin beim 3:0 Sieg keine Chance. Auch Sabine Beutler gab bei ihrem 3:0 gegen Nicole Osthues kein Leg ab. Nicole war mit Platz 5 die beste Jugendliche im Damenfeld.
Die beiden anderen Viertelfinals gingen bedeutend knapper aus. So bot Susanne Schubert gegen Majo Doek einen großen Kampf und bewies bei ihrem 3:2 gegen die Holländerin am Ende die besseren Nerven. Sabrina Spörle hatte einmal mehr ein starkes Turnier gespielt und auch gegen Kerstin Niederau lag sie bereits mit 2:0 in Führung. Doch am Ende war es Kerstin, die das Spiel noch 3:2 für sich entschied.
Im Vorjahr war es mit Lisa Huber eine Schweizerin, die im Halbfinale den fünften Titel in Folge von Hei-ke Ernst verhinderte. Auch diesmal spielte Heike im Halbfinale gegen eine Schweizerin und das war Sabine Beutler. Heike spielte stark und gewann mit zweimal 2:0, wobei sich auch Sabine dreimal auf ein Doppel runtergespielt hatte.
Im zweiten Halbfinale gewann Susanne Schubert den ersten Set mit 2:0. Kerstin Niederau holte sich Set 2 mit dem gleichen Ergebnis. Im 3. Set ging Kerstin dann mit 1:0 in Führung. Doch Susanne konnte ausgleichen. Susanne traf im 3. Set ihre Tops dann gleich mit dem ersten Dart zum Match und stand damit im ersten DDV-Einzelfinale ihrer Karriere (Ave.: Schubert 17.85 - Niederau 18.53).
Das Endspiel begann etwas schleppend. Susanne Schubert gewann das erste Leg in stattlichen 37 Darts, zeigte aber danach mit dem 23-Darter zum Gewinn des 1. Sets, daß sie es auch bedeutend besser kann! Ähnlich lief Set 2, nur daß nun Heike mit 33 und 22 Darts der Setausgleich gelang.
Im 3. Set ging Heike mit einem 32-Darter in Führung, was Susi in 26 Pfeilen ausglich und dann sogar mit einem 33-Darter in Führung ging. Sie stand 1 Leg vor dem Titel, denn Set 3 muß mit 2 Legs Vorsprung gewonnen werden.
Doch nun kam Heike endlich in Schwung und gewann die nächsten drei Legs in 24, 27 und 18 Darts, wobei Susanne nicht mehr auf ein Doppel kam. Nach einer 180 im 5. Leg hatte Heike schließlich ein 108er-Finish zum Match hingelegt. Die doch recht niedrigen Averages lagen bei 17.89 für Heike und bei 16.10 für Susanne.

Bereits zum 11. Mal gewann Heike Ernst in Dortmund das Dameneinzel, Zweite wurde Susanne Schubert

Einzig Kevin Münch hielt bei den Jungen mit den Holländern mit
Mit 48 Jungen war das Turnier der männlichen Jugend am Sonntag recht gut besucht. Wie schon beim Gold-Cup einen Monat zuvor in Bremen waren sehr viele holländische Kids am Start. Die drückten dem Turnier dann wieder ihren Stempel auf, wenn auch nicht ganz so rigoros wie zuletzt in Bremen. Es wurde Einfach-KO gespielt und immerhin 6 Deutsche erreichten das Achtelfinale.
Zwar waren beide Klimek-Zwillinge in Runde 2 gegen holländische Gegner ausgeschieden, dennoch gab es in Runde 3 dann eine rein deutsche Top-Begegnung. Mit Kevin Münch gewann dabei einer von zwei sehr erfolgreichen Spielern der Dart-Bundesliga mit 3:1 gegen den anderen, nämlich Sven Flück. Damit war Kevin dann allerdings auch der einzige Deutsche Youngster, der die Runde der letzten Acht erreichte.
Daß Kevin auch gegen niederländische Gegner gewinnen kann hatte er schon in den ersten beiden Runden bewiesen und zog nun auch mit einem 3:0 gegen Danny Schreurs und einem zweifachen 2:1 im Halbfinale gegen Bert van Deuweren ins Finale ein. Den rein holländischen Vergleich im zweiten Halbfinale hatte Vorjahressieger Jerry Hendriks 2:1, 1:2 und 2:1 gegen den kleinen Daniel van Mourik gewonnen.
Damit standen die beiden Jugendlichen im Finale, die bereits im Herreneinzel am Samstag Platz 5 erreicht hatten! Im 1. Leg verpaßte Kevin Münch knapp ein 110er-Finish, was Jerry Hendriks zu einem 121er-Check zum 21-Darter ausnutzte. Kevin gewann Leg 2 in 20 Darts, doch ein 18-Darter mit 138er-Finish brachte Jerry Set 1.
Den 2. Set gewann dann auch Jerry in 17 und 16 Pfeilen, wobei Kevin ebenfalls mit unten war. Damit hatte Jerry eindrucksvoll seinen Titel verteidigt und dabei einen Klasseaverage von 27.79 gespielt. Auch Kevin kann auf seine Leistung im Finale stolz sein, denn er erreichte 26.09 Punkte pro Dart. Das Jungenendspiel war übrigens deutlich besser als das der Herren (vergleiche Averages)!

Der Holländer Jerry Hendriks gewann das Jungeneinzel vor Kevin Münch

Viktoria Weber mit Mädchen-Sieg für Winmau qualifiziert
Die 25 Mädchen spielten im Doppel-KO-System ihre Siegerin aus. Mädchen-Nr. 1 Nicole Osthues unterlag in Runde 2 mit 1:3 gegen Kerstin Lederbogen und dann in der Loserrunde sofort mit 1:2 gegen die Holländerin Kelly Raaphorst. Kerstin erreichte das Gruppenfinale, das zugleich Halbfinale war direkt über die Gewinnerrunde, nachdem sie im Siegerfinale auch Nicoles Vereinskollegin Viktoria Weber 3:1 bezwungen hatte.
Viktoria kam jedoch mit einem Sieg im Loserfinale gegen Carolin Gratz zurück und war damit auch im Gruppenfinale Kerstins Gegnerin. Mit einem 3:1 Sieg über Kerstin erzwang sie ein zweites Spiel, gewann es 3:0 und stand im Turnierfinale.
Mit Nadine Meyenburg unterlag die deutsche Nr. 2 in Runde 2 der Holländerin Priscilla Groeneweg mit 2:3. Doch Nadine schaffte es über die Loserrunde - wo sie schließlich das Loserfinale gegen Jenny Fritz 2:1 gewann - bis ins Finale der zweiten Gruppe. Hier war wieder Priscilla Groeneweg, die sich im Gewinnerfinale 3:0 gegen Jenny Fritz durchgesetzt hatte, ihre Gegnerin. Die Berlinerin unterlag knapp mit 2:3 und war damit Dritte.
Es wurde ein recht flottes Finale zwischen Viktoria Weber und Priscilla Groeneweg. Da wurde solide gescored und nicht lange auf Doppel rumgekaspert! Priscilla gewann das erste Leg in 22 Darts, Viktoria das zweite in 24 Pfeilen mit einem 72er-Finish. Die Deutsche sicherte sich dann mit einem 29-Darter den 1. Set.
Im 2. Set beendete Viktoria einen 30-Darter mit einem 84er-Finish zum 1:0. Priscilla glich mit einem 36-Darter aus, doch Viktoria ließ sich nicht beirren. Ihr zweiter Dart auf Doppel-2 zum 38-Darter brachte Viktoria dann den Titel - und damit auch die direkte Qualifikation zur Mädchen-Winmau im englischen Bridlington! Die Averages waren mit 16.40 für Viktoria und 16.45 für Priscilla etwa genauso hoch wie die im Finale der Damen!

Viktoria Weber gewann das Einzel der weiblichen Jugend vor Hollands Priscilla Groeneweg

Borra/Clarys siegen im Herrendoppel zum 3. Mal in Folge
In den Doppelwettbewerben gingen 114 männliche und 35 weibliche Paare an den Start. Mit dieser Steigerung von 5,8% gegenüber dem Vorjahr hält der durchgängige Zuwachstrend bei den Doppeln nach Einführung der Punktvergabe auch weiter an. Einziger Wermutstropfen war die Abwesenheit der Vorjahresfinalisten Seyler/Welge, die am Vortag direkt von Dortmund aus in den Ski-Urlaub gereist waren (nun ja, zumindest Shorty kann sich das punktemäßig sicher erlauben!).
Bei den Herren gab es einige Überraschungen! So mußten sich die zuletzt so erfolgreichen Hoffmann/Nett in Runde 2 mit 1:3 gegen Belgiens Biesemans/Paap geschlagen geben. Auch für Frank Mast und Einzelsieger Marcus Schulte wurden mit Kegels/Vereet zwei Belgier in Runde 3 mit 2:3 zum Verhängnis. Den Vogel schossen jedoch Dirk Scheffler und Frank Utecht ab, als sie die Gold-Cup-Sieger Schmidt und Schneider gleich in Runde 1 mit 3:2 besiegten. Aber auch Kahrau/Krügers 3:0 gegen Leithaus/Senses in Runde 2 war stark!
Bestens drauf waren die Essener Bülten/Hepe, die im Viertelfinale Kröckel/Rice und im Halbfinale Chris-tyn/Minnebach schlugen. Ihre Finalgegner waren Borra/Clarys, die über Nölle /Backes und Buskohl/Bügler das Endspiel erreichten.
Im Finale dominierten dann Borra/Clarys, die bei 15, 21, 17, 18, 18 und 21 Darts mit 2:1, 2:1 und 2:0 gewannen, drei 180er warfen und einen Average von 26.58 erreichten. Bülten/Hepe hielten sich gut, gewannen ihre Legs in 18 und 19 Pfeilen und spielten bei einer 180 einen Average von 24.92.

Zum 3. Mal in Folge gewannen die Belgier Erik Clarys und Tanguy Borra das Herrendoppel

Ernst/Strauch mit 6. Titelgewinn nacheinander
Im Damendoppel trafen gleich in ihrem ersten Spiel die Finalistinnen des Gold-Cup-Doppels aufeinander, wo sich Ernst/Strauch mit einem 3:0 gegen Bächler/Männel für ihre dortige Finalniederlage vor einem Monat revanchieren konnten. Bestens in Form zeigten sich Kühnert/Saleske (Eutin), die in Runde 3 mit 3:1 gegen die Mitfavoritinnen Spörle/Wader gewannen. Auch gegen Bedenik/Dörnmann konnten sich Kühnert/Saleske noch 3:0 durchsetzen, bevor sie im Halbfinale 0:2 und 1:2 gegen Ernst/Strauch unterlagen.
Nur knapp mit 3:2 gewannen Kröckel/Niederau ihr Viertelfinale gegen die Norddeutschen Andres/Heinz und setzten sich danach im Halbfinale mit zweimal 2:1 gegen Beutler/Huber (Schweiz) durch. Damit standen die DDV-Nummern 1 bis 4 komplett im Finale des Damendoppels!
Im Endspiel waren dann Ernst/Strauch deutlich am Drücker und gewannen in 26, 25, 18 und 23 Darts mit zweimal 2:0 gegen Kröckel/Niederau. Die 21.78 bedeuteten einen guten Average für die Siegerinnen, während bei Kröckel/Niederau 16.51 zu Buche standen. - Hat Spaß gemacht in Dortmund ... bis nächstes Jahr!

Bianka Strauch und Heike Ernst wurden zum 6. Mal hintereinander Doppelsiegerinnen in Dortmund

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

24./25. Januar 2004 WDF Bremen (German Gold Cup)

Van der Voort und Pollet holten Einzeltitel beim WDF German Gold Cup

Beim WDF/DDV German Gold-Cup, der vom 23. bis 25. Januar 2004 zum 6. Mal in der Hansestadt Bremen stattfand, gewann der Holländer Vincent van der Voort das Herreneinzel vor Erik Clarys aus Belgien. Auch das Dameneinzel war eine rein ausländische Angelegenheit. Sandra Pollet (Belgien) gewann den Titel vor Roelie Bakker (Holland). Im Jungeneinzel setzte sich im holländischen Duell Mark Venema gegen Jimmy Schreurs durch und im inländischen Mädcheneinzel siegte Tanja Woltereck gegen Kerstin Lederbogen. Das Herrendoppel entschieden Schmidt/Schneider vor Hoffmann/Nett für sich und im Dameneinzel holten Bächler/Männel den Titel vor Ernst /Strauch. Bereits am Freitagabend gewannen Fiedler/Seyler die internationale Mixed-Doppel-DM vor Schubert/Neumann.

Der Belgier Erik Clarys unterlag im Herrenfinale gegen Hollands Vincent van der Voort

Fiedler/Seyler Mixed-Meister vor Schubert/Neumann
Der WDF/DDV German Gold-Cup in Bremen wurde diesmal zum 6. Mal ausgetragen und ist damit das jüngste der drei deutschen WDF-Weltranglistentur-niere. Mit 455 Herren und 144 Damen waren die Einzel ein wenig besser besucht als im Vorjahr (plus 0,5%). Aus dem Ausland waren jedoch leider nur wenige Starter angereist. Im Doppel gingen 154 Herren- und 51 Damenpaare an den Start, was einen ganz beachtlichen Zuwachs von 22,0% gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Hier scheint sich die neue Punktevergabe auch im Doppel inzwischen deutlich auszuwirken.
Im Mixed-Doppel, das bereits am Freitagabend als internationale Deutsche Meisterschaft ausgespielt wurde, gingen 79 Paare an den Start, auch das war ein guter Zuwachs gegenüber 72 im Vorlahr. Man spielte in acht Gruppen und die Mitfavoriten Trixi Kröckel und Colin Rice unterlagen nach einem Freilos überraschend sofort mit 2:3 gegen Bianca Ehlen und Marcel Rinkwitz (Bremen). Die größte Überraschung schafften im Boardfinale, das zugleich Achtelfinale war, die Gladbacher Brückmann/Senses, als sie die fünfmaligen Titelgewinnen Heike Ernst Ernst und Andreas Kröckel mit 3:1 bezwangen.
Im Halbfinale verloren Michalak/Bober klar mit zweimal 0:2 gegen Susanne Schubert und Jörg Neumann aus dem Ruhrgebiet. Im anderen Spiel ging es über die vollen 3 Sets, bevor Fiedler/Seyler das entscheidende Leg gegen Brückmann/Senses zum Finaleinzug für sich verbuchen konnten. Auch das Endspiel war sehr umkämpft. Fiedler/Seyler gewannen Seit 1 mit 2:0, Schubert/Neumann das zweite mit 2:1. Im entscheidenden 3. Durchgang waren es dann wieder Andrea Fiedler und Tomas Seyler, die sich mit einem 2:1 den Titel sicherten.

Sandra Fiedler und Tomas Seyler sorgten dafür, daß der Mixed-Doppel-Titel in Bremen blieb

Vincent van der Voort Sieger im Herreneinzel vor Erik Clarys
Im Herreneinzel ging man in 32 Gruppen an den Start. Im Gegensatz zu den normalen DDV-RLTs wurden in Bremen alle Wettbewerbe - außer das Mädcheneinzel - Einfach-KO gespielt. Gleich in der allerersten Runde gab es mit dem Ausscheiden von DDV-Nr. 2 Colin Rice mit 1:3 gegen den Sylter Andre Kennel einen echten Paukenschlag.
Kulle Strube (Wolfenbüttel) warf in Runde 3 DDV-Nr. 3 Jyhan Artut mit 3:2 aus dem Rennen. Auch Joachim Paul mußte in dieser Runde eine 2:3 Niederlage gegen Oliver Hinz (Bremen) hinnehmen. Die ausländischen Top-Favoriten Erik Clarys und Vincent van der Voort erreichten beide ohne Probleme ihr Boardfinale, wo sie erneut gewannen und damit unter den letzten 32 standen. Anders DDV-Nr. 1 Tomas Seyler. Der Bremerhavener verlor sein Boardfinale 1:3 gegen den zur Zeit in blendender Form befindlichen Tony Barlow (Hamburg).
Richard Buskohl und Frank Mast trafen in der anschließenden Runde auf die beiden Top-Favoriten und verloren jeweils mit 1:3 gegen Vincent van der Voort bzw. Erik Clarys. Im Achtelfinale verabschiedete sich DDV-Nr. 4 Andree Welge mit 1:3 gegen den Belgier Yves Cottenje und DDV-Nr. 7 Johann Honner unterlag im deutschen Spitzenspiel mit dem gleichen Ergebnis gegen den Berliner Jörg Goga.
Neben sechs bekannten Cracks standen auch zwei noch weniger bekannte Darter unter den letzten Acht. Michael Mieslinger gelang im Viertelfinale mit einem Dreisatz-Sieg gegen Jörg Goga, bei dem alle 9 möglichen Legs ausgespielt wurden, der Einzug ins Halbfinale. Das schaffte auch Marko Puls, der ebenfalls über alle 9 Legs gehen mußte, bevor er sich gegen Rainer Haaß durchgesetzt hatte. Komplettiert wurden die letzten Vier durch die beiden Top-Favoriten, wobei auch Vincent van der Voort gegen Yves Cottenje und Erik Clarys gegen Michael Leithaus-Diepenseifen alle 3 Sets benötigten um am Ende zu triumphieren.
Im ersten Halbfinale ging Vincent van der Voort mit einem 18-Darter in Führung, welche Marko Puls mit 24 Darts ausglich. Den 1. Set verbuchte dann Vincent mit einem 19-Darter für sich. Ein 18- sowie ein 21-Darter reichten ihm dann im zweiten Set um das Match zu gewinnen und ins Endspiel einzuziehen.
Im zweiten Halbfinale ging Erik Clarys mit einem 17-Darter in Führung, doch Michael Mieslinger sicherte sich das Set mit anschließenden 18 und 21 Pfeilen. Doch nachdem Michael anfangs des 2. Sets zwei Darts zum 1:0 vergeben hatte machte Erik zum 20-Darter dicht und gewann auch die nächsten 3 Legs in 15, 20 und 23 Darts zum 1:2, 2:0 und 2:0 Erfolg.
Im Herrenfinale auf der Bühne gewann Vincent van der Voort das 1. Leg in 18 Darts und Erik Clarys das zweite im 16 Pfeilen. In 19 Darts fuhr Vincent dann Set 1 ein. In Set 2 ging Vincent dann 1:0 in Führung, doch Erik drehte es in 18 und 16 Darts zum 2:1 für sich um.
Mit seinen Darts 4 bis 9 erzielte Erik im 1. Leg des 3. Sets zwei 180er hintereinander, mußte das Leg aber wegen Double-Trouble dennoch an Vincent abgeben (21 Darts)! Erik hatte bis dahin in diesem Finale bereits fünf 180er geworfen (dabei blieb es auch), Vincent lediglich eine. Der Holländer gewann auch das 2. Leg in 21 Darts und führte 2-1 nach Sets.
Ein 18-Darter brachte Vincent dann auch im 4. Set 1:0 in Führung, er mußte dann aber das zweite, wirklich schlechte Leg (beide Spieler verpaßten über 10 Darts auf Doppel!), in 29 Pfeilen an Erik abgeben. Als Vorleger im 3. Leg stellte sich Vincent mit einer 180 (er erzielte insgesamt drei 180er im Finale) 50 Restpunkte und machte diese mit der nächsten Aufnahme - als Erik noch 62 Rest hatte - zum Titelgewinn dicht (18 Darts). - Die Averages in diesem gleichermaßen spannenden wie unterhaltsamen Finale lagen bei 24.97 für Sieger Vincent van der Voort und sogar bei 25.30 beim Zweitplatzierten Erik Clarys.

In einem Klassefinale blieb Erik Clarys nur Platz 2 hinter dem neuen Champion Vincent van der Voort

Sandra Pollet holt Damentitel vor Roelie Bakker
Im Dameneinzel gab es neben den deutschen Top-Spielerinnen auch zwei aus dem Ausland angereiste Damen, die Titelchancen hatten. Die Vorjahresfinalistin Sandra Pollet aus Belgien und die holländische Nationalspielerin Roelie Bakker erreichten ohne große Probleme das Achtelfinale.
Bei den deutschen Top-Ladies sah das schon etwas anders aus. So mußte sich DDV-Nr. 5 Anne Willkomm gleich in Runde 1 mit 0:3 gegen Heike Siemering (Nienburg) geschlagen geben. In Runde 3 kam das Aus für die DDV-Nummern 2 und 3. Bianka Strauch gab ihr Match mit 1:3 gegen Marion Diepenseifen (Düsseldorf) ab und Kerstin Niederau verlor gegen Ex-DDV-Nr. 1 Andrea Leipold aus Straubing mit 0:3.
Die 8 Boardfinals hatten dann noch zwei Überraschungen parat. Die Bremerin Sabine Siegle gewann mit 3:2 gegen Bundesjugendleiterin Astrid Kamm und Ex-Jugend-Nr. 1 Yvonne Bliß setzte sich 3:2 gegen Trixi Kröckel durch. Nur 2 der deutschen Top-8 standen damit im Viertelfinale.
Während Heike Ernst sich mit 3:0 gegen Sabine Siegle durchsetzte, mußte sich Gabi Vollbrecht 0:3 gegen Marion Diepenseifen geschlagen geben. Yvonne Bliß hatte auf ihrem Weg unter die letzten 16 so bekannte Spielerinnen wie Lisa Weber (Köln), Bianca Ehlen (Bremen) und Trixi Kröckel geschlagen. Gegen Roelie Bakker verlor sie schließlich mit 1:3, durfte sich aber über Platz 5 freuen. Auch für Andrea Leipold war mit mit einem 1:3 gegen Sandra Pollet Schluß.
Die Halbfinals brachten beide eine Menge Spannung mit sich. Sandra Pollet gewann das 1. Set gegen Marion Diepenseifen in 21 und 30 Darts. Doch Marion kam zurück und gewann ihrerseits Set 2 in 27 und 21 Pfeilen. Im 3. Set kam die Deutsche dann allerdings nicht mehr auf Doppel, als Sandra diesen in 22 und 16 Darts zum Match gewann (Averages: Pollet 21.61 - Diepenseifen 18.24).
Heike Ernst mußte im anderen Halbfinale zwar das allererste Leg in 24 Darts an Roelie Bakker abgeben, sie sicherte sich jedoch das Set in anschließenden 27 und 18 Darts. In Set 1 ging dann Heike mit einem 28-Darter in Führung und brauchte nur noch ein einziges Leg zum Sieg. Doch auf 54 bzw. 86 Rest stehend mußte sie zusehen, wie Roelie 24 und 20 Darts zum 1-1 Setausgleich spielte.
Set 3. Set mußte entscheiden. Im 1. Leg machte Roelie 111 zum 21-Darter zu. In Leg 2 vergab Heike 2 Darts zum Ausgleich bevor Roelie 55 Rest zum 30-Darter und zugleich zum Match zumachte. Damit standen die Benelux-Ladies im Finale und die zwei Deutschen waren Dritte.
Zwar begann insbesondere Roelie Bakker in dem mit 21 und 20 Darts gewonnenen 1. Set recht flott, doch das 1. Leg im 2. Set war dann totale Grütze! Stolze 42 Pfeile benötigte Roelie um auch hier 1:0 in Führung zu gehen ... das hat sie wohl ein wenig entnervt.
Denn den Sieg unmittelbar vor Augen ließ Roelie nun erheblich nach, Sandra Pollet konnte sich deutlich steigern. Die kleine Belgierin gewann die nächsten 4 Legs in Folge zum 0:2, 2:1 und 2:0 Erfolg in 21, 22, 21 und 19 Darts, wobei Roelie nur einmal auf Doppel kam. Die Averages des Finales lagen bei 19.92 für Sandra und bei 18.81 für Roelie.

Roelie Bakker sah im Damenfinale schon wie die Siegerin aus, verlor aber noch gegen Sandra Pollet

Mark Venema gewinnt Jungenfinale gegen Jimmy Schreurs
Zu dem Einzel der männlichen Jugend hatten sich 51 Jungen eingefunden, darunter allein 25 Holländer - und die sollten dem Turnier ihren Stempel aufdrücken! Gleich in Runde 1 schieden eine ganze Menge DDVler aus, doch es erwischte mit Nick Stoekenbroek, Jerome Wiersema und Wesley Daniels auch drei holländische Top-Favoriten - jeweils im direkten Vergleich gegen einen der vielen niederländischen Klassejugendlichen.
Nur Kevin Münch mit einem 3:2 gegen Matheus Ziolkowski (Wegberg) und Chris Klimek mit einem 3:0 gegen Dennie van Buuren (Holland) konnten sich aus deutscher Sicht unter die letzten 16 spielen. Dort schied Kevin dann mit 1:3 gegen Johnny Nijs (Holland) und Chris mit 2:3 gegen Ron Meulenkamp (Holland) aus. Im Viertelfinale waren die Niederländer damit ganz unter sich und hier schied mit Jeroen Verhoeven ein weiterer heißer Tip mit 2:3 gegen Mark Venema aus.
Venema gewann dann auch das Halbfinale gegen den ebenfalls hoch gewetteten Jerry Hendriks mit 1:2, 2:0 und 2:1. Das zweite Spiel gewann Jimmy Schreurs in nur zwei Sets mit 2:1 und 2:0 gegen Thomas Ham.
Im Endspiel ging Mark Venema mit einem 17-Darter 1:0 in Führung, die Jimmy Schreurs im anschließenden einzigen Double-Trouble-Leg in 34 Darts ausglich. Mark sicherte sich dann mit einem 17-Darter das 1. Set. In Set 2 kam Jimmy besser ins Spiel und konnte es in 19 und 16 Darts (gegen einen 21er von Mark) für sich entscheiden.
Mark begann das 3. Set mit 100, 140, 140, 89 und Doppel-16 zum 13-Darter. Im 2. Leg warf er seinen zweiten Final-180er und spielte einen 16-Darter zum verdienten Titelgewinn. In keinem seiner verlorenen Legs war Gegner Jimmy unter 150 Rest gekommen ... was auch Jimmys Average von 21.52 erklärt. Mark legte einen Schnitt von 26.01 hin!

Jimmy Schreurs wurde im rein holländischen Jungenfinale Zweiter hinter Mark Venema

Tanja Woltereck bei den Mädchen vor Kerstin Lederbogen
Die 18 Mädchen spielten ihre Siegerin in 2 Doppel-KO-Gruppen aus. Hier gingen lediglich 2 Holänderinnen an den Start. Die DDV-Mädchen-Nr. 1 Nicole Osthues unterlag in Runde 3 mit 0:3 gegen die starke Berliner Newcomerin Vanessa Scheja. Sofort danach kam für Nicole in der Loserrunde das endgültige Aus mit einem 1:2 gegen Paula de Vries aus Holland. Bereits in Runde 2 war mit Nadine Meyenburg die Mädchen-Nr. 2 mit 2:3 gegen Lobke van de Biesebos (Holland) ausgeschieden.
Vanessa Scheja erreichte in Gruppe 1 das Gewinnerfinale, wo sie gegen Britta Lederbogen mit 3:0 siegte. Britta gewann anschließend das Loserfinale gegen Paula de Vries mit 2:0 und traf im Gruppenfinale, das gleichzeitig Halbfinale war, erneut auf Vanessa Scheja. Die Berlinerin zeigte nun Nerven und Kerstin sicherte sich die Finalteilnahme mit Siegen von 3:0 und 3:1!
In Gruppe 2 gewann Lobje van de Biesebos das Siegerfinale gegen Tanja Woltereck mit 3:0 und schien auf dem Weg ins Finale. Doch Tanja Woltereck siegte im Loserfinale gegen Jenny Lieverkus (Wuppertal) mit 2:0 und traf im Gruppenfinale erneut auf die Holländerin. Nach einem knappen 3:2 im ersten Spiel konnte die Hamburgerin das 2. Match klar mit 3:0 gewinnen und stand im Turnierendspiel.
Tanja Woltereck gewann das erste Bühnenleg in ansehnlichen 34 Pfeilen, Kerstin Lederbogen das zweite in 30 Darts. Mit 37 Darts sicherte sich Kerstin dann das 1. Set. Set 2 begann mit einem 30-Darter von Tanja, doch wieder konnte Kerstin ausgleichen, diesmal in 34 Pfeilen. Mit einem 40-Darter zum 2:1 gewann diesmal aber Tanja das Set.
Das dritte Set begann mit dem schwächsten Leg des Finales, Tanja brauchte 50 Darts um es zu holen, Kerstin hatte 25 Darts auf Doppel vergeben. Mit einem schönen 26-Darter sicherte sich Tanja dann den Titel als Kerstin auch schon auf 20 Rest stand. Die Averages lagen bei 13.57 für Tanja und 14.01 für Kerstin.

Bei den Mädchen unterlag Kerstin Lederbogen im Endspiel knapp gegen Tanja Woltereck

Sieg im Herrendoppel für Schmidt/Schneider vor Hoffmann/Nett
Die 154 Herrendoppel gingen in 16 Gruppen an den Start. Ranglistenpunkte bekamen diesmal sogar die ersten 64, da die erhöhte Wertung bei deutschen WDF-RLTs galt! Überraschungen blieben in den Gruppen die Ausnahme. Da die Einzelfinalisten van der Voort und Clarys bereits am Vortag abgereist waren, war das Rennen um den Titel ziemlich offen. Überraschend schieden im Achtelfinale Beute/Mast 2:3 gegen ihre BWDV-Kollegen Lander/Puls aus und Kröckel/Rice verloren gegen Hohendorn/Schmidt (Bremen).
Beide Halbfinals waren bereits nach 2 Sets entschieden, wobei sich jeweils die Bochumer gegen die Bremer durchsetzten. Schmidt/Schneider gewannen 2:1 und 2:0 gegen Seyler/Welge und Hoffmann/Nett siegten 2:0 und 2:1 gegen Efe/Hammer.
Das Finale nahm einen merkwürdigen Verlauf. In den ersten 4 Legs warfen Schmidt/Schneider jedesmal auf Doppel, trafen es aber nie. Hoffmann/Nett nutzten ihre Chancen souverän und lagen folgerichtig schnell mit 2:0 und 2:0 in Führung (24, 23, 20 und 23 Darts). Auch das 1. Leg im 3. Set gewannen Hoffmann/Nett (17 Darts), es war das einzige Mal im gesamten Match, daß ihre Gegner nicht auf einem Doppel standen.
Doch Schmidt/Schneider kamen nun, da sie aussichtslos auf der Verliererstraße zu sein schienen, nochmals groß auf und holten die nächsten beiden Legs zum 1-2 nach Sets in 15 und 21 Darts. Zwar spielte Carsten Hoffmann in den letzten 2 Sets weiter Klassedarts, doch bei Michael Nett klappte es nicht mehr so recht.
Mit zweimal 2:1 in den letzten beiden Sets (16, 17, 20 und 18 Darts) gewannen Marcel Schmidt und Stephan Schneider schließlich doch noch den Titel vor Hoffmann/Nett (23 und 25 Darts), denen die Enttäuschung nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben stand. Die Averages lagen bei 24.32 für Schmidt/Schneider und bei 23.03 für Hoffmann/Nett.

Marcel Schmidt und Stephan Schneider gewannen den Titel im Herrendoppel

Bächler/Männel gewinnen Damendoppel vor Ernst/Strauch
Auch beim Doppel der Damen waren die Finalistinnen des Vortags nicht unter den 51 Gespannen. In den ersten beiden Runden der 4 Gruppen gab es nichts Außergewöhnliches zu vermelden, außer der Tatsache, daß die Top-Favoritinnen Ernst/Strauch in ihrem ersten Spiel gegen Papendick/Weber bereits 0:2 zurückgelegen hatten, bevor sie noch 3:2 siegten.
Auch im Viertelfinale setzten sich Bächler/Männel mit 3:2 gegen Bechert/Willkomm (Berlin) durch und standen im Halbfinale, wo ihre Gegnerinnen mit Kröckel/Niederau die Nummern 3 und 4 der DDV-Rangliste waren. Sabine und Nicole gewannen Set 1 mit 2:1, Trixi und Kerstin den zweiten mit dem gleichen Ergebnis.
Hatte zuvor fast immer Nicole Männel gecheckt, so gelang der Matchdart zum 2:0 im 3. Set Sabine Bächler, die zum Einzug ins Finale dichtmachte. Im anderen Halbfinale hatten sich Ernst/Strauch klar mit zweimal 2:0 gegen Fiedler/Fiedler durchgesetzt.
Die DDV-Nummern 1 und 2 waren auch im Finale gegen Bächler/Männel die großen Favoritinnen. Doch man gab gleich das erste Leg auf der Bühne an die Hessinnen ab, die 33 Darts spielten. Zwar glichen Heike und Bianka in 28 Darts aus, doch dann hatten sie 158 Rest als Sabine und Nicole einen 25-Darter zum 2:1 gewonnenen 1. Set spielten.
Zu Anfang des 2. Legs konnten Heike und Bianka 7 Darts auf Doppel nicht nutzen und die Hessinnen gingen mit 31 Darts in Führung. Der nachfolgende 30-Darter, den Sabine Bächler mit einem 74er-Finish ab-schloß, brachte den Außenseiterinnen den Doppeltitel. Sie spielten dabei einen Average von 17.10 während Heike und Bianka lediglich 16.37 Punkte pro Dart erreichten. - Die ddz bedankt sich recht herzlich beim super Ausrichterteam - ganz besonders bei Connie, Markus, Willi und natürlich Maike & Frank.

Nicole Männel und Sabine Bächler waren die Überraschungssiegerinnen im Damendoppel

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

 

 

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